Unglaubsam, eigentlich

Ich kam durch einen kurzen Beitrag auf B5 Aktuell drauf, auf diesen Preis. Der Ig-Nobelpreis (»ignoble« = unwürdig, schmachvoll, schändlich), der manchmal auch als Anti-Nobelpreis bezeichnet wird – was so nicht ganz stimmt -, wird in diesen Tagen verliehen, und ist ein satirischer Preis, der für »unnütze, unwichtige oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten verliehen wird«. Es gibt unter https://de.wikipedia.org/wiki/Ig-Nobelpreis einen interessanten Beitrag zu diesem Preis, der schon freudige Spannung auf mehr erzeugt. Zum Beispiel auf die Preisträger des Jahres 2010, die am 30. September geehrt wurden:

  • Ingenieurwesen: Karina Acevedo-Whitehouse und Agnes Rocha-Gosselin von der Zoologischen Gesellschaft London (Vereinigtes Königreich) und Diane Gendron vom Instituto Politecnico Nacional, Baja California Sur (Mexiko) für die Perfektionierung einer Methode, mit Hilfe eines ferngesteuerten Helikopters Wal-Rotz zu sammeln.
  • Medizin: Simon Rietveld von der Universität Amsterdam (Niederlande) und Ilja van Beest von der Universität Tilburg (Niederlande) für die Entdeckung, dass Asthmasymptome mit einer Achterbahnfahrt behandelt werden können.
  • Transportplanung: Toshiyuki Nakagaki, Atsushi Tero, Seiji Takagi, Tetsu Saigusa, Kentaro Ito, Kenji Yumiki, Ryo Kobayashi aus Japan, sowie Dan Bebber und Mark Fricker aus Großbritannien, für die Verwendung von Schleimpilzen, um die optimale Route für Eisenbahnschienen zu bestimmen.
  • Physik: Lianne Parkin, Sheila Williams und Patricia Priest von der University of Otago (Neuseeland) für die Demonstration, dass, auf vereisten Fußwegen im Winter, die Leute seltener ausgleiten und hinfallen, wenn sie Socken über den Schuhen tragen.
  • Frieden: Richard Stephens, John Atkins und Andrew Kingston von der Keele University (Vereinigtes Königreich) für die Bestätigung der weit verbreiteten Annahme, dass Fluchen Schmerzen lindert.
  • Gesundheit: Manuel Barbeito, Charles Mathews und Larry Taylor vom Industrial Health and Safety Office, Fort Detrick, Maryland (USA) für den Beweis per Experiment, dass Mikroben sich an bärtige Wissenschaftler klammern.
  • Ökonomie: Die Führungskräfte und Direktoren von Goldman Sachs, AIG, Lehman Brothers, Bear Stearns, Merrill Lynch und Magnetar für die Schaffung und Förderung neuer Möglichkeiten, Geld zu investieren — Wege zur Maximierung des finanziellen Gewinns und zur Minimierung des finanziellen Risikos für die Weltwirtschaft oder einen Teil davon.
  • Chemie: Eric Adams vom MIT, Scott Socolofsky von der Texas A&M University, Stephen Masutani von der University of Hawaii und BP für die Widerlegung des alten Glaubens, dass Öl und Wasser sich nicht mischen.
  • Management: Alessandro Pluchino, Andrea Rapisarda und Cesare Garofalo von der Universität von Catania (Italien) für den mathematischen Nachweis, dass Organisationen effizienter wären, wenn sie Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip beförderten. Siehe: Peter-Prinzip.
  • Biologie: Libiao Zhang, Min Tan, Guangjian Zhu, Jianping Ye, Tiyu Hong, Shanyi Zhou und Shuyi Zhang aus China und Gareth Jones von der University of Bristol (Vereinigtes Königreich) für die wissenschaftliche Dokumentation von Oralverkehr bei Fruchtfledermäusen.

Die komplette Liste der Auszeichnungen seit 1991 findet sich unter https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Ig-Nobelpreises. Eine schöne Seite für eine vergnügliche Zeit. Wenn man so ein Stündchen in der Liste gelesen hat, wird einem – gleich unter welchen Lebensumständen – klar, daß man selbst eigentlich keine Probleme haben kann.