Saugut

Veronika A. Grager
SAUPECH
Der erste Fall für Wiltzing und Schatz
Hermann-Josef Emons Verlag, Köln, 2013, Taschenbuch, 208 Seiten, ISBN 978 3 95451 073 3

VORBEMERKUNG
Ich kann niemandem empfehlen, diese Rezi zu berücksichtigen. Veronika Grager ist Autorin in meinem Verlag, ich liebe Krimis – mehr als SF, Fantasy, Horror und so ein Zeug –, ich mochte immer Krimis aus Österreich, die in Österreich spielen, selbst so profanes Zeug wie »SOKO Kitzbühel«, also … Ich bin bis zum Geht-nicht-mehr parteiisch, und dabei kann keine wirkliche Kritik herauskommen.

WORUM GEHT ES?
In Buchau, Niederösterreich, werden Tote gefunden. Und es entwickelt sich ganz schnell die Frage, ob hier ein Serienmörder seinen Umgang pflegt – seit längerer Zeit. Gemeindesekretärin Dorothea »Dorli« Wiltzing und der Wiener Privatdetektiv Wolfgang »Lupo« Schatz ermitteln.

WIE IST DER STIL?
Geil. Ein österreichischer Krimi, der den Dialekt und die alpine Mentalität aus jeder Zeile herausatmet.

WAS GEFIEL NICHT?
Nichts. Oder doch. Der Roman ist nicht sehr lang. Die Geschichte ist stimmig, abgerundet, nicht unnötig gekürzt, nicht zu knapp, aber trotzdem: Ich hätte mir gleich noch mehr gewünscht.
Und ich wurde noch nicht von einer anstehenden Verfilmung informiert, quengel …

WAS GEFIEL?
Veronikas Schreibstil sowieso. Die hat solche Krimis drauf. Die Leichtigkeit, mit der sie liebevolle, schrullige, nette, vorstellbare Figuren erschafft, ist schwer beeindruckend. Die Story ist hübsch, sie wirkt manchmal vorhersehbar, ist es aber lange Zeit gar nicht, und am Ende ist der Böse dann doch jemand, den man schon im Verdacht hatte, aber eigentlich gerne entlastet gesehen hätte. Diese Geschichte ist pure Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau.

EIN PAAR ZITATE GEFÄLLIG?
Nun gut.

Der Riese trat mit finsterem Gesicht näher.
»I bin da Bär.« Er reichte Lupo seine Pranke. »Und die andern da san die Devils. Dorli is unsere Freundin. Wo wolltet’s ihr denn heut hin?«
»Nicht zum Kogelbauer, bei dem war schon die Polizei. Wir wollten zu den anderen Bauern, die vielleicht Schweine haben.«
Bär zog ein Handy aus einer Tasche in seiner Lederkluft und wählte.
»Servas. Sag, welche Saubauern kennst denn du in der Gegend? – Nur die drei? Is guat. Danke.«
Er wandte sich an seine Männer.
»Aufsitzen! Du kommst mit mir. Hast a Puffen?«
»Eine Waffe? Nein.«
»Wurscht. Kriegst von mir a Ketten.«

(Seite 165)

Und Veronika wäre keine echte Österreicherin, wenn sie ihren Kottan nicht kennen und ehren würde:

Er zeigte auf sich selbst und grinste. »Und übrigens, Kommissar gibt’s kann!«
(Seite 187)

ZU EMPFEHLEN?
Ja. Sehr. Für Krimifans. Für Fans österreichischer Krimis, filmreifer Bücher, dem Wiener Schmäh – den es natürlich auch im Umland noch gibt – und sowieso für alle Grager-Fans.
Und von der Optik und Aufmachung her sei das Buch auch allen Freunden hübscher Bücher empfohlen. Das Layout ist ordentlich und professionell, die Tippfehler, wenn vorhanden, sind mir nicht aufgefallen, und auf dem Titelbild findet sich mit »Saupech« ein erhabener, »gravierter« Schriftzug. Fein.

NOCH WAS?
Saupech ist übrigens nicht nur das Saupech des Bösen, entlarvt und dingfest gemacht zu werden, sondern auch ein Produkt der Harzgewinnung, worauf Veronika auch informativ eingeht.
Schön und informativ übrigens auch das Glossar typisch österreichischer »Fachbegriffe« am Ende des Buches.

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