Forale Verarschung

Die Möglichkeiten, sich im Internet verarschen zu lassen, sind reichhaltig. Und nicht immer mit Kosten verbunden. Man kann es in der Tat auch gratis haben. Zum Beispiel im LiteraturForum, dem »Online-Forum für literarische Diskussionen«.

Begrüßt wird man mit einem heutzutage ja modernen Cookie-Banner. Darauf strunzen die Forenbetreiber damit, dass das Forum dank Werbung kostenlos ist. Wie schön.

Ebenso modern sind heute solche illegalen Cookie-Banner. Die Voreinstellung des Buttons »Akzeptieren« als Antwort ist ebenso illegal wie das Fehlen einer einfachen Möglichkeit, alle Cookies abzulehnen; will man dergleichen erreichen, muss man laut Beschreibung den Link »Datenschutzeinstellungen« nutzen, der in Wirklichkeit »Einstellungen« heißt und dahinter keinerlei Anleitung bietet, wie man die einzelnen Cookie-»Anbieter« deaktivieren kann.
Modern ist auch, dass in solchen Foren Werbung verboten ist. Freilich nur für solche Werbetreibenden, die nicht bezahlen können oder wollen. Denn diejenigen, die auf die eine oder andere Weise nerv… äh, werben dürfen, dürfen dies uneingeschränkt.
Bemerkenswert ist, dass das Forum, das angeblich nur für Diskussionen über Literatur da ist, über Literatur diskutieren möchte, von der niemand etwas weiß. Oder?
Aber hoppala – da gibt es doch glatt einen Bereich namens »Neuerscheinungen und Verlagsprogramme«, das im Untertitel klarstellt, dass es um »Ankündigungen zu Neuerscheinungen« geht. Kein Wort mehr von Diskussionen – obwohl gerade hier diese Informationen solche Diskussionen ja fördern.

Aber ach – Werbung ist ja laut Forenregeln verboten (wie gesagt: außer für die, die Kohle bringen, so oder so). Und wie soll man da diskutieren, wenn man nichts über Bücher erfährt?
Ganz einfach: Man ignoriert das Werbeverbot einfach.

Denn: Es ist ja nur Werbung, wenn der Verlag über das Erscheinen eines seiner Bücher berichtet. Wie ich das immer mache: Titelbild, Buchdaten, Klappentext. Mehr nicht. Einem Autor lässt man dergleichen vielleicht noch durchgehen. Jedenfalls aber ist ein Schwein, der denkt, dass diejenigen, die Neuerscheinungen verkünden, keinerlei Eigennutz daraus ziehen – und sei es nur, die eigenen Beitragszahlen hochzupushen.

Wer wissen möchte, wie man sich hier verarschen lässt, der gönne sich noch den Kommentar.

One Reply to “Forale Verarschung”

  1. Es begann damit, dass ich einen Thread »Neuerscheinungen von p.machinery« angelegt habe. Darin vermeldete ich in jeweils einem Post eine Neuerscheinungen, wenn sie zu vermelden war. Mehr nicht. Keine Werbekampagne, kein Werbeterror, nur eine Meldung. Ich hätte mich über Diskussionen zu den Büchern gefreut, indes – niemanden hat es interessiert.

    Im September 2021 bügelte mir ein User namens »Rossinante« einen Post zu einem Autor namens »Wagenbach« in den Thread, den ich nicht verlege und dessen Buch mit p.machinery überhaupt nichts zu schaffen hatte.
    Auf meine Bitte zur Entfernung des Posts erhielt ich am 05.09.2021 11:54 Uhr zur Antwort:
    »Leider kann ich dieses post nicht mehr löschen – der Zeitpunkt dafür ist abgelaufen.
    Mein VORSCHLAG: setze Dich bitte mit der Forumsleitung (das ist Black Amir) in Verbindung und bitte sie um die Löschung des Posts—-«

    Mehr passierte da nicht. Natürlich.

    Anfang Februar 2022 pampte mich der gleiche User in meinem Thread wegen der Verwendung des Begriffes »Spekulantenpack« an, statt mir eine private Nachricht mit der Bitte um Löschung des Begriffs zu senden, der dem User aus unerfindlichen Gründen kritikwürdig erschien. Ein wirklich diskussionswürdiger Beitrag – der vor allem völlig isoliert da stand, nachdem ich meinen (vermeintlichen) Fauxpas bereinigte. (Ich rechne den User inzwischen den Angehörigen der »Cancel Culture« [Löschkultur] zu.)
    Die Antwort vom 07.02.2022, 14:49 Uhr:
    »Ihre heutige private mail
    habe ich erhalten.
    Und habe sie weitergeleitet an Black Amir,«

    Und wieder passierte da nichts mehr. Natürlich.

    Schließlich wandte ich mich wegen der Löschung beider unpassender Beiträge an den genannten BlackAmir (richtig ohne Leerzeichen) und erhielt prompt am 14.02.2022, 08:20 Uhr, die Antwort:
    »Hallo Beckinsale,
    nein, das wird nicht passieren, denn auch andere Nutzer haben das Recht Beiträge zu fremden Themen beizutragen.
    Wir sind nämlich ein Duskussionsforum und keine kostenlose Werbeplattform.
    Dies bringt mich zu Punkt 2: Deine Eigenwerbung ist hier gemäß der Forenregeln absolut untersagt und wurde somit entfernt.
    Damit hat sich dein Problem indirekt gelöst und du musst künftig keine Beitrge mehr melden, die nicht in deine Werbeabsicht passen.«

    Tja.
    Verarscht.

    Die Verarsche geht aber noch weiter. Da ich keinen Sinn darin sah, weiter in einem für mich sinnlosen Verarsche… äh, Literaturforum angemeldet zu sein, wollte ich meinen Benutzer löschen.
    Geht nicht.
    Man kann ihn deaktivieren.
    Dazu bekommt man dann eine Mail mit einem Bestätigungslink. Bei so ziemlich allen Anbietern bekommt man so eine Mail innerhalb von Sekunden oder wenigstens Minuten, hier dauerte es bis 1:10 Uhr am Morgen.
    In der Mail findet sich der Bestätigungslink: https://www.literaturforum.de/account.php?do=confirmdeactivation&u=9841&auth=f5f931381ebe10d01e157f7db0db5dd430c4f0c3
    Als Antwort bekam man den Hinweis: »Ungültige Angabe: Bestätigungscode für die Deaktivierung des Benutzerkontos«. Und wollte man sich wie vorgeschlagen an den Webmaster wenden, wurde man darüber informiert, dass »die angeforderte Seite /[ARG:2%20UNDEFINED] leider nicht gefunden werden« konnte.
    Teilte man diese Umstände den Forenbetreibern unter der angegebenen E-Mailadresse info@literaturforum.de mit, antwortete unzustellbar@forumhome.com: »Sie haben auf eine automatisch erzeugte E-Mail (z.B. Themen-Abonnement, Geburtstags-Mail, etc.) geantwortet.
    Eine Antwort auf diese E-Mail ist leider nicht möglich!
    Falls Sie mit uns Kontakt aufnehmen möchten, so nutzen Sie bitte das Kontaktformular der jeweiligen Website oder senden Sie eine E-Mail an helpdesk@forumhome.com.« Das hätte man auch in der Mail mit dem Bestätigungslink mitteilen können. Und wer ist überhaupt »forumhome.com«?
    Die ganze Problematik schilderte ich durch Mailweiterleitung der bisherigen Erfolgsmeldungen an helpdesk@forumhome.com und bekam immerhin eine Eingangsbestätigung für ein Ticket: » Ein Mitarbeiter wird ihr Anliegen so schnell wie möglich bearbeiten und sich mit Ihnen innerhalb unserer Geschäftszeiten von Montag bis Freitag von 8:30 h bis 16:30 h in Verbindung setzen. Weiter unten finden Sie die Details Ihrer Anfrage nochmals zusammengefasst. Bitte stellen Sie sicher, dass die Ticket ID beim Antworten in der Betreffzeile bleibt.« Und abschließend: »Bitte lassen Sie es uns wissen, ob wir Ihnen weiter behilflich sein können«.
    Ja. Löscht meinen Benutzer. Mehr will ich nicht.

    Und aus unerfindlichen Gründen benutze ich den Bestätigungslink noch einmal – und siehe da: »Die Deaktivierung des Benutzerkontos wurde bereits am 15.02.2022 um 06:22 Uhr bestätigt und wird innerhalb von 24 Stunden ausgeführt.«
    Das bedeutet, dass in diesem Forum sogar die Fehlermeldungen Fehler sind.

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