Wenn die rote Hanna lügt

Red State
(Red State, Kevin Smith, USA 2011)

Irgendwie passt die Beschreibung zum Film in der IMDb nicht zu meiner Erinnerung an den Streifen. Dort ist von Jugendlichen die Rede, die nach einer Onlineeinladung zum Sex auf eine Gruppe von Fundamentalisten mit »düsterer Agenda« stoßen. Ich erinnere mich durchaus an eine fundamentalistische Gruppe von Leuten auf einer Farm, die von einem Haufen Polizisten unter John Goodman erledigt werden. Was mir sehr viel intensiver in Erinnerung geblieben ist, ist jedoch der krasse Kontrast zwischen dem größten Teil des Films, der wie ein mehr oder weniger bekannter Ballerstreifen wirkt, und dem Ende, einer Vernehmung des von John Goodman gespielten Polizisten. Es bleibt der Eindruck, als sei der vermeintliche Ballerfilm sehr viel ernster angelegt, fast so, als hätte er eine »wahre Geschichte« im Hintergrund.
Angesichts dieser Unwägbarkeiten in meiner Erinnerung – es ist ein paar Tage her, dass ich den Film ansah – sollte ich mir den Streifen vielleicht noch einmal anschauen; andererseits hat mich der Film nicht wirklich begeistert, stellenweise sogar eher abgestoßen, so dass sich auch wieder die Frage stellt, ob ich mir das wirklich antun sollte.

Wer ist Hanna?
(Hanna, Joe Wright, USA/GB/DE 2011)

Saoirse Ronan spielt Hanna, ein 16jähriges Mädchen, das von ihrem Vater – Eric Bana – zum Killer erzogen wurde und auf eine »Reise« durch Europa geschickt wird.
Ein toller Film, ganz ohne Zweifel. Ich hatte mich vorher nicht über den Film informiert und war völlig baff – im positivsten Sinne. Der Plot ist actionreich und nichts für Weicheier, dennoch intelligent und komplex. Cate Blanchett als Gegenpart hat mir in ihrer Kühle sehr gut gefallen, und die Hauptdarstellerin ist einfach genial.

Kleine wahre Lügen
(Les petits mouchoirs, Guillaume Canet, F 2010)

Vor dem alljährlichen gemeinsamen Sommerurlaub einer größeren Gruppe Freunde verunglückt einer von ihnen beinahe tödlich und muss den Sommerurlaub im Krankenhaus verbringen, während seine Freunde den Urlaub antreten – zum mehr oder minder peinlich ausfallenden Seelenstriptease, der der Gruppe als solcher nicht gut tut.
Wer auf solche Filme steht, ist hier gut aufgehoben. Immerhin ist der Streifen nicht ganz so nervig wie andere aus französischer Produktion und dieses Themas. Aber auch diesen Film muss man mögen.

X-Men – Erste Entscheidung
(X-Men: First Class, Matthew Vaughn, USA 2011)

Die Vorgeschichte zu den eigentlichen X-Men-Filmen – sieht man vom Wolverine-Prequel ab. Charles Xavier und Erik »Magneto« Lehnsherr kämpfen gegen Sebastian Shaw, gespielt von Kevin Bacon. Der macht den Bösen und muss natürlich unterliegen.
Über den Sinn dieses Films kann man sich trefflich streiten. Ich persönlich halte die Vorgeschichte nicht für sonderlich interessant – und auch nicht gewinnbringend, wenn es darum geht, die Charaktere in den eigentlichen Teilen 1 bis 3 zu verstehen. Immerhin kann der Streifen von sich sagen, dass er spannend, actionreich, mit gut gemachten Tricks versehen ist, also durchaus für einen unterhaltsamen Abend oder so geeignet ist. Ansonsten aber halte ich ihn eher für verzichtbar.