Und nicht nur Orwell träumte alb …

Nein, vermutlich auch die Autoren dieser Anthologie haben es getan. Mag man denken. Darf man denken. Die Sammlung, die eigentlich schon 2019 hätte erscheinen sollen und Opfer meines »schlechten Jahres« 2019 wurde, bietet Storys zahlreicher Autoren mit bestens bekannten Namen (siehe detailliert hier), und auch wenn einige von ihnen durchaus amüsant erscheinen können, sollte man sich in Acht nehmen, dass einem das Amüsement nicht im Halse stecken bleibt. Denn wirklich lustig ist es nicht, was da als Folge der Orwellschen Fantasie »1984« ausgedacht wurde. Noch ist es Zeit, zu verhindern, dass 2084 so wird. Aber in mancher Beziehung könnte es schon fünf vor zwölf sein …

Da waren es schon zwei

Klaus Hübner hat zum zweiten Mal zusammengestellt, und es war mir einmal mehr ein Genuss, dieses Buch zu machen. Auch wenn es diesmal ein klein wenig Diskussionsstoff gab.
Auf der Verlagsseite habe ich es erwähnt: Das Rösti machte Probleme. Klaus Hübner war von seiner Präsentation nicht wirklich überzeugt, aber ich konnte mich letztlich durchsetzen. Immerhin wird es im Titel genannt, und auch wenn der Fotomarkt keine sonderlich attraktiven Abbildungen der Schweizer Flachspeise hergab, so war doch zumindest die Oberflächenstruktur präsentabel. Und der Farbklecks schien mir wichtig. Von der Gesamtkomposition der Bilder ganz abgesehen, anderenfalls anstelle der röstigen Fläche eine Lücke geblieben wäre.

Immerhin. Das Buch ist fertig. Und worum es geht, das fasste Klaus Hübner für den Klappentext hinreichend informativ wie folgt zusammen: »Der zweite Band versammelt Arbeiten zur Gegenwartsliteratur aus Österreich und der Schweiz. Man lernt einen alttestamentarischen Aphoristiker kennen, einen ewigen Existentialisten, einen Lachsfischer aus Barbarswila, einen passionierten Helfer namens Viktor, einen albanischen Wiener und einen Berner aus Süditalien. Dazu siebenundsiebzig Geschwister, Pferdekutschen im Prater, erotische Malerei und einiges mehr. Sogar Habsburg steht in Flammen.«

(Und ich gebe zu: Wenn ich Barbarswila lese, muss ich immer an Barbapapa denken …)