Wer tanzt schon Polka?

Eigentlich wollte ich einen Walzer haben. Aber Ellen Norten fand das irgendwie nicht ansprechend. Keine Ahnung, ich habe unsere Diskussion längst vergessen. Letztlich haben wir uns darauf geeignigt, dass wir die Aliens erst einmal Polka tanzen lassen. Und der Walzer kommt beim nächsten Mal. Oder irgendwann. Vielleicht kommt ja vorher noch der Cha Cha … tchaka.

Alle Details zum Buch findet ihr hier.

Unendliche 13

Da liegt die Ausgabe 14 schon auf dem Server, da muss ich doch noch die Nummer 13 der Reihe GEGEN UNENDLICH ankündigen:

Details zum Buch gibt es hier.

Und eine kleine Geschichte gibt es auch: Man darf nicht annehmen, dass die Printausgaben  der GU-E-Books so ganz einfach und so ganz frei von Arbeit sind. Ganz im Gegenteil. Andreas Fieberg und ich pflegen immer heiße Diskussionen über diverse rechtschreiblerische Feinheiten, es gibt durchaus einiges zu besprechen. Gleichfalls machen wir beide intensive, ausführliche Korrekturlesungen – und trotzdem finden sich dann doch immer noch ein paar Änderungen, die wünschenswert wären (für die No. 13 sind sie noch nicht komplett und werden später eingearbeitet; sie sind aber auch nicht wirklich sinnverändernd, sodass sich kein Käufer der ersten Auflage ärgern muss). Andreas und ich, wir haben keine zu hundert Prozent deckungsgleichen Ansichten, aber wir begegnen uns wohl mit gegenseitigem Respekt. Das ist gut so.

Und gleichzeitig ist das Team Awe, Fieberg und Pack eine kleine Sammlung Arbeitstiere, wie es scheint. Denn alle drei schreiben nicht nur selbst auch eigene Storys, sie suchen ja auch das Material für die GU-Ausgaben aus. Und Beiträge zu finden, die sich vor der anthologischen Konkurrenz absolut nicht verstecken müssen, das kostet definitiv Zeit. Die Texte fallen nicht als reife Früchte vom Baum.

Die Weisser-Trilogie, Teil 3

Am Ende war nicht nur klar, dass die ursprünglich vereinbarten Veröffentlichungstermine nicht zu halten waren; das Übliche bei einem Kleinverlag: Alles Mögliche kommt dazwischen, und das Jahr 2018 war in dieser Beziehung besonders heftig.
Klar war dann aber auch, dass Mike die bei bookrix laufenden E-Books durch aktualisierte Versionen auf Basis der Printbücher nicht ersetzen wollte. Seine Bücher, seine Entscheidung.

Michael Weisser
OFFSHORE
Ein Bericht am Rand der Wirklichkeit
AndroSF 89
p.machinery, Murnau, August 2018, 350 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 134 1 – EUR 15,90 (DE)

Wolfgang Jeschke, der renommierte Lektor und Herausgeber der SF-Reihe im Heyne-Verlag, München, schrieb 1984 zu diesem Werk:
»OFFSHORE dokumentiert die Arbeit einer drilling crew auf einer Bohrinsel im nördlichen Eismeer. OFFSHORE schildert einen Job an der Grenze des Erträglichen, an der Grenze zwischen Leben und Tod. OFFSHORE ist eine Reportage über den tödlichen Kampf des Mannes nicht nur gegen extreme Naturgewalten, sondern vor allem gegen sich selbst … ein Bericht über die Suche nach dem Leben und nach dem Tod in einem.«
Auf raffinierte Weise verschmilzt OFFSHORE verschiedene Ebenen von Orten und Zeiten.
Der Roman wurde gegenüber der Erstveröffentlichung 1984 im Corian-Verlag als Hardcover und im Heyne-Verlag als Softcover geringfügig überarbeitet und ergänzt um ein aufschlussreiches Interview der Hamburger ARD-Journalistin Antje Hinz mit dem Autor Michael Weisser über Kreativität, Kunst, SF, Wirtschaft, Innovation und Werte.

Weisser, Michael, OFFSHORE

Die Weisser-Trilogie, Teil 2

Die Neuausgaben der Romane basieren auf Mikes aktuellen E-Books, die gegenüber den ursprünglichen Veröffentlichungen einige Überarbeitungen erfahren haben. So fehlen z. B. alle Grafiken aus den originalen Büchern, dafür finden sich neue QR-Codes, die zu weiteren Inhalten im Internet führen. Für die Printbücher waren noch einmal Überarbeitungen nötig: Rechtschreibung musste noch korrigiert werden, Schreibweisen waren zu vereinheitlichen. Und natürlich musste auch ein neues Layout gefunden werden. Am Ende ist es wohl gelungen:

Michael Weisser
DIGIT
Science-Fiction-Roman
AndroSF 87
p.machinery, Murnau, August 2018, 334 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 133 4 – EUR 15,90 (DE)

»Man kann Weissers Buch zwischen Huxleys ›Schöne neue Welt‹ und Orwells ›1984‹ ansiedeln. Hier ist ein vielversprechendes Talent entdeckt worden.« (Südwestfunk, 1983)
Dieses Buch erschien 1983 bei Suhrkamp und gab einer der besten musikelektronischen Kompositionen von Klaus Schulze den Namen!
Die überarbeitete Neuausgabe wurde um ein Essay des Autors über »Digitale Identitäten« – wie das Smartphone zum Alter Ego wird – ergänzt. Aktueller kann Science-Fiction nicht sein!

Weisser, Michael, DIGIT

Die Weisser-Trilogie, Teil 1

Die Zusammenarbeit mit Michael Weisser ist anspruchsvoll, nichts für Weicheier. Er ist Künstler durch und durch, er hat seine Ansprüche und manchmal auch Ideen, bei denen man geneigt ist, sie ihm austreiben zu wollen. Aber am Ende finden sich immer mindestens Kompromisse, die zu schönen Ergebnissen führen (darüber kann man sich z.B. auf der Webseite von Die|QR|Edition schlaumachen).
In den 80ern hat er drei SF-Romane veröffentlicht (zwei bei Suhrkamp, der dritte bei Corian), und die Bücher waren entsprechend lange nur noch antiquarisch zu bekommen. In den letzten Jahren – ich glaube, es war 2016 – hat er die drei Bücher dann als E-Books via bookrix aufgelegt, quasi klassisches Selfpublishing. Die Frage, ob die Bücher auch als Print erscheinen sollten – und wenn, dann in meinem Verlag – blieb lange offen. Aber nun, im August, war es so weit:

Michael Weisser
SYN»CODE7
Science-Fiction-Roman
AndroSF 83
p.machinery, Murnau, August 2018, 328 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 132 7 – EUR 15,90 (DE)

»Ein biologisches Utopia, das auf raffiniertester Anwendung der Gentechnik beruht, wird von unerklärlichen Katastrophen bedroht. Handelt es sich um bewusste Anschläge oder um eine Eigenentwicklung des Systems?« (Suhrkamp Verlag 1982)
Im Jahr 1982 antizipierte der Medienkünstler und Buchautor Michael Weisser die Entwicklung der Gentechnologie.
Die überarbeitete Neuauflage dieses kontrovers diskutierten Romans, der 1982 bei Suhrkamp erschien, wurde ergänzt durch zwei aufschlussreiche Interviews des SF-Spezialisten Hans-Joachim Alpers aus dem Jahr 1984 und Michael Haitel aus dem Jahr 2014, die den Hintergrund dieser Antiutopie beleuchten.
Ein Essay des Vaters der neuen, deutschen Science-Fiction Herbert W. Franke behandelt den Autor dieses Romans.
Gestaltete QR-Codes auf dem Cover und im Innenteil des Buches führen auf visionäre Weise zur Hightechästhetik des Autors.

Weisser, Michael, SYN»CODE7

Wichser in Westried: Ich bin es leid

Mittagsgang. Mit den Hunden.

Den Bayern wurden von der CNU seit Langem dicke Eier verordnet. Deshalb heißen die Landstraßen in Bayern nicht Landstraße, sondern Staatsstraße. Der Verkehr ist genauso scheiße wie auf Landstraßen.
Hier vorm Haus liegt die Staatsstraße 2062, ein Konstrukt zwischen Murnau am Staffelsee und Bad Kohlgrub. Eine Straße, die den Verkehr der kurzfristig Denkenden aufzunehmen hat, die keine andere Möglichkeit finden, von München nach Füssen zu kommen – oder von Augsburg nach Garmisch-Partenkirchen. Es gibt Alternativen. Das Hirn der hier hauptsächlich entlang fahrenden Oberbayern ist alternativlos.
An Sonntagen wälzt sich über die Schweinestraße 2062 eine Blechlawine. Ununterbrochen. Mitunter steht man bis zu zehn Minuten auf dem Grundstück, auf dem man wohnt, bis man auf die andere Straßenseite mit dem kombinierten Rad- und Gehweg kommt. Kein SUV-Fahrer bremst herunter, lässt einen herüber. Keine Lücke bildet sich – im Gegenteil: Die Fahrer der »schwanzlos und verfickten« Fahrzeuge geben sogar noch Gas, um die wenigen Lücken zu schließen. Über die Tatsache, dass am Wochenende mit Vorliebe die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h überschritten wird – heute Mittag war der Langsamste Richtung Bad Kohlgrub 75 km/h schnell – will ich gar nicht reden.
Es sind Starnberger. STA – das neureiche Gesocks, dass sich zu den CNU-verordneten dicken Eiern noch eine Goldauflage leisten kann. Und Münchner. M – die Weißwurschtfresser, denen die Raserei auf dem Mittleren Ring nicht reicht. Weilheimer. WM – diese Hybriden aus dem einzigen Landkreis Deutschlands, der sich über zwei Regierungsbezirke erstreckt. Augsburger. A – Spätzlefresser, denen die flache Lech-Pampa nicht bergig genug ist.
Und es ist Lärm.
Und Gestank.

Und am Ende kommt dann einer dieser hirnlosen Radfahrer auf einem verkehrsuntauglichen Mountainbike (das sind die Dinger für eierlose Yuppies … ach ja, Yuppies gibt’s ja nicht mehr, weil die sich ohne Eier nicht vermehren konnten) – kein Frontscheinwerfer, kein Rücklicht, keine Klingel, aber die freche Anmerkung aus dem Maul, ich solle mir halt Augen im Rücken anschaffen, wenn ich keine habe.

Ich bin es leid. Inzwischen weiß ich, dass der Exodus aus Bayern in greifbarer Nähe liegt. Aber vorher noch werde ich einen dieser Raser zur Rechenschaft ziehen. Und einem dieser Drecksradler eine Verletzung zufügen. Ich scheiße auf eine Anzeige wegen Körperverletzung – ein Radfahrer, der in Kauf nimmt, eine meiner Hündinnen über den Haufen zu fahren, gibt mir die günstige Gelegenheit, mich auf Notwehr zu verlegen


P.S.: CNU ist kein Tippfehler. CNU ist die – seit neuesten Erkenntnissen und Ereignissen – Christlich-Nationsalsozialistische Union, die nach langen Jahren der Behauptung, eine christlich-soziale Partei zu sein, den Namen umbenennen musste, weil sich erwies, dass Seehofer, Söder, Hermann und Dobrindt nicht nur keine Ahnung von sozialer Politik haben, sondern eine solche auch nicht realisieren wollen.