Unklare Vorgeschichte

Es ist nicht ganz klar, welche Schwierigkeiten Rainer Schorm und Jörg Weigand hatten, dieses Buch an den Mann zu bringen – wobei Mann als »Verlag« zu verstehen ist. Die wenigen Informationen, die mir vorliegen, lassen jedoch den Schluss zu, dass diejenigen potenziellen Verleger, die angesprochen wurden, den möglicherweise vorhandenen Schwanz eingezogen haben, als ihnen nicht nur das Thema, sondern auch der Inhalt des Buches klar wurde. Oder sie hatten von vornherein keine Eier.
Fakt ist, dass »Weiberwelten« eine Sammlung ziemlich böser Satiren zum Thema »Gender Mainstreaming« und dessen Auswüchsen ist. Was die verschiedenen Autoren in diesem Werk beschreiben, zeigt die in Deutschland grassierende sprachliche Vollidiotie von halb- und vollamtlich bestellten Sprachbehinderten und der Gender-Mainstreaming-Lobby, die hinter den Verantwortlichen steht, um sicherzustellen, dass auch die letzte sprachliche Dummheit umgesetzt und zur Regel gemacht wird (*).

Ich habe mit solchen Themen kein Problem. Und nicht nur das – ich finde, es wird viel zu wenig darüber geätzt, was dumme Menschen meinen, im Namen angeblicher und längst unnötiger Gleichberechtigung mit unserer guten deutschen Sprache anzustellen. Dieses Buch ist nicht nur gut. Es ist für Freunde böser Satiren höchst amüsant. Und es ist wichtig. Lauter gute Gründe, mir keine Gedanken um meinen eigenen Schwanz und meine eigenen Eier zu machen.

Details zum Buch: hier.

(*) Letzter zweifelhafter Scherz in dieser Thematik war die Meldung, dass der Rat der deutschen Rechtschreibung sich mit der Frage auseinandersetzen wolle, ob man das Gendersternchen in den Duden einführen wolle. Die B5-aktuell-Podcastmeldung dazu findet man hier; das Verlagsstatement p.machinerys zum Thema hier.

Im Sinne des Verlages

Mein Verlag p.machinery bezeichnet sich – auch laut Gewerbeanmeldung – als Verlag für Primär- und Sekundärliteratur. Insofern war es mir ein unbedingtes Anliegen, der Idee von Bartel Figatowski Folge zu leisten, eine Aufsatzsammlung zu Robert A. Heinlein herauszubringen. Das Ganze entpuppte sich als Projekt, das seine Zeit brauchte. Der Call for papers erfolgte 2012, wurde einmal verlängert; ebenso der Termin für die Abgabe der Beiträge 2013, wobei sich dieser Vorgang bis 2015 hinzog – gut Ding will Weile haben, wie man weiß. Am Ende gab es dann noch umfangreiche Nacharbeiten: So wurden X Texte mit jeder Menge Fußnoten geliefert, deren Inhalte sich auf Fußnoten im jeweiligen Beitrag bezogen, was für ein Gesamtwerk mit einer durchgehenden Fußnotennummerierung eher unpraktisch ist. Bartel F. hat hier hilfreich zur Seite gestanden und das ganze Werk bezüglich der Fußnoten homogenisiert – was eben auch noch ein Weilchen dauerte.

Ein sekundärliterarisches Werk dieser Art ist eigentlich niemals wirklich fertig. Nicht nur, dass all die betrachteten Facetten der Thematik nicht die Einzigen sind, die man in essayistischen Augenschein nehmen könnte und sollte – soll heißen: Es gäbe noch so viel mehr zu schreiben! –, auch die Entwicklung auf dem Markt bleibt ja nicht stehen, und so sind die Aufsätze unter dem Gesichtspunkt der Jahre 2012 bis 2015 zu betrachten; spätere Entwicklungen müssen zwangsläufig unberücksichtigt bleiben.

Dennoch ist dieses Buch ein wichtiges Element in der Betrachtung des Werks Robert A. Heinleins. Mir als Verleger hat die Beschäftigung mit den Beiträgen sehr viel neues Wissen vermittelt, der ich von Heinlein eigentlich nur die »Starship Troopers« wirklich kannte oder zu kennen glaubte.

Nun ist das Buch da – Details: hier – und ich hoffe, es wird sich gut verkaufen, nicht nur, aber auch auf dem Markt der Privatleser. Man wird sehen.

Warum Dinge anders gehen

Warum Dinge anders gehen, als man erwartet, ist sicherlich eine Frage, mit der sich auch schon Wissenschaftler auseinandergesetzt haben. »Murphy’s Law« ist sicherlich eine Erklärungsmöglichkeiten, wenn sie auch nicht wirklich auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen beruhen dürfte.
Ursprünglich wollten wir die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« meines Verlages p.machinery zu Herbert W. Frankes 90stem Geburtstag – das war im Mai 2017! – komplett auf dem Markt haben, aber das erwies sich letztlich als illusorisch. Natürlich als illusorisch. Immerhin werden die einzelnen Bücher nicht einfach durch eine Texterkennung gejagt und 1:1 zur letzten Veröffentlichung wieder auf den Markt geworfen. Es steckt eine Menge Arbeit – seitens der Herausgeber Ulrich Blode und Hans Esselborn sowieso, aber auch von weiteren Autoren – in den einzelnen Bänden, und das kostet halt Zeit.
Nach unserem Dafürhalten sind wir mit Erscheinen des aktuellen Bandes 10 der Werkausgabe, »Ypsilon minus« betitelt, und damit bei rund einem Drittel der gesamten Werkausgabe terminlich auf einem guten Weg. Und wir sind alle ganz augenscheinlich guten Mutes, das Werk der Werkausgabe auch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Für den Augenblick feiere ich den zehnten Band der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« und freue mich vor allem auch ein weiteres Mal über ein ansprechendes, faszinierendes Titelbild von Thomas Franke.

Details zum Buch gibt es hier.

Premiere

Als Michael Iwoleit mich vor diversen Wochen fragte, ob ich das SF-Magazin NOVA verlegen wolle, habe ich eigentlich sofort zugesagt. Eine solche Gelegenheit konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen. NOVA gehört zu den Publikationen, die die SF-Kurzgeschichte hochhalten – und das versuche ich mit meinem Verlag p.machinery auch. Und NOVA ist bekannt für Qualität der veröffentlichten Werke, werden sie doch von kundiger Hand und mit ebenso kundigem Auge ausgesucht.
Iwoleit und sein NOVA hatten sich von Amrûn, meinem Vorgänger als Verlag, getrennt. Es war eine Phase des Umbruchs. Olaf G. Hilscher hörte als Mitherausgeber auf – aus privaten Gründen. Und die Mannschaft musste erneuert werden.
Letzteres ist gelungen. Michael Iwoleit kümmert sich um die Kurzgeschichten und die Gesamtredaktion. Thomas Sieber hat sich der sekundärliterarischen Werke angenommen; er bezeichnet es als »Non-Fiction«, ich habe die Sparte »NOVA Sekundär« benannt. Christian Steinbacher ist schließlich als Grafikredakteur zum Team gestoßen; sein Einsatz beginnt mit der Ausgabe 27.

Nachdem NOVA 25 einige Startschwierigkeiten hatte und teilweise sehr lange brauchte, um bei den Abonnenten und Bestellern einzutreffen, hatten wir mit NOVA 26 einen Schnellschuss geplant, der dennoch Qualität liefern sollte. Mangels Grafikredakteur ist die Ausgabe 26 ein Textwerk. Als Ausgleich ist der sekundärliterarische Teil ein wenig umfangreicher als sonst ausgefallen.
In diesen Tagen nun erscheint die erste Ausgabe:

Weitere Infos (und Bestellmöglichkeit): hier.

Beinahe ins Auge

Gerd Frey kenne ich recht lange. Nicht sehr gut, aber sehr lange. Gerne erinnere ich mich an seinen Besuch mit Ralf Lorenz in Bayern, kurz, nachdem die innerdeutsche Grenze gefallen war, es aber noch die DDR gab. Nach einer Sightseeingtour beim Schloss Linderhof fuhren wir über die landschaftlich reizvolle Strecke nach Reutte weiter – und beim Überfahren der grünen Grenze nach Österreich fiel den beiden Noch-DDR-Bürgern ein, dass sie gar kein Visum für Österreich hatten … Und Gerd Frey ist seit Jahren Redakteur der Sparte »eGames« in den ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD e.V., die auch auf mein Konto gehen.
Aber das ist hier nicht das Thema.

Das Buch, das in diesen Tagen unter dem Titel »DER ÜBERGANG. Transition & Evolution 2.0« erschienen ist, ist nicht neu. Es gab wohl schon eine Printversion in Liebhaberauflage (zehn Stück oder so), und es gibt ein E-Book, das bei Droemer Knaur erschienen ist (und im April 2019 durch das aktuellere E-Book meines Verlages ersetzt werden wird).
Das Manuskript lag jahrelang auf meiner Festplatte. Im Nachhinein kann ich die Hemmung, das Buch in Angriff zu nehmen, nur am steifen, ungelenk wirkenden und irgendwie wenig attraktiven, ursprünglichen Titel »Transition: Evolution 2.0« festmachen, der so gar nichts auszusagen schien.
Dieses Jahr gab es dann eine günstige Gelegenheit. Ich konnte das Manuskript zwischendurch in die Mangel nehmen – und war überrascht. Die Geschichte muss den Vergleich (siehe Buchrückseitentext) mit »Solaris« und »2001« wahrlich nicht scheuen. Es ist ein richtig feines Stück deutscher Science-Fiction, eine Geschichte, die ich so lange nicht gelesen habe.
Und jetzt, wo das Buch herauskommen wird, ist mir klar, dass das beinahe ins Auge gegangen wäre. Es hätte gereicht, wenn Gerd Frey sich für einen anderen Verlag entschieden hätte …
Aber so ist nun alles gut.

Details zum Buch: hier.