Herr Hütter und die kalte Neun

Irgendwann fand Herr Hütter die Gelegenheit günstig, sich eine Waffe zuzulegen. Eine Schusswaffe. Er war nicht der Typ, der das brauchte. Er mochte Schusswaffen nicht. Eigentlich mochte er überhaupt keine Waffen. Andererseits war Herr Hütter Realist. Und er wusste, was ein Werkzeug war, wozu es diente, welche durchaus positiven Effekte es haben konnte, wenn man als Mensch ein Ziel erreichen wollte. Und sei es nur das Ziel, zu verhindern, dass jemand anderes ein Ziel erreichte, von dem man, er, Herr Hütter, nicht wollte, dass derjenige es erreichte, weil es ihm, Herrn Hütter, nicht gefiel.
Er dachte durchaus darüber nach. Sich eine Waffe anzuschaffen, das hatte Konsequenzen. Nicht nur, aber vor allem auch bei Schusswaffen. Man übernahm automatisch Verantwortung. Im Umgang mit der Waffe. Für die Waffe. Und für andere Menschen. Man musste dafür sorgen, dass niemand, der nicht befugt war, an die Waffe gelangen konnte. Vor allem Jugendliche nicht, Kinder. Vor allem solche nicht, die Ballerspiele liebten und denkbarerweise dazu neigen konnten, Amokläufe an Schulen zu veranstalten. Menschen zu töten.
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