Aufgeräumt. Von der Richtigkeit der Dinge, die man tut. Oder auch nicht tut, Schülp, 02.06.

Und am Ende des Tages war nichts von dem, was ich getan hatte, richtig gewesen. Keine Handlung, keine Entscheidung, kein Wort, nicht einmal gegenüber den Hunden. Und als dann ausgerechnet der winzige Platz, den ich mit meinen Sachen – Notebook, Kalender, Notizblock, Karten, Bücher – belegte, gebraucht wurde, räumte ich meine Sachen zusammen, um mir selbst das Gefühl zu gönnen, notfalls – und wirklich nur notfalls, aber man wusste ja nie – einfach und spurlos verschwinden zu können. Von diesem Ort, aus diesem Leben, aus dieser Welt und ihrem Universum.

Plop.

Aufgeblasen, Friedrichstadt, 02.06.

Friedrichstadt war enttäuschend. In den Reiseführern liest man, dass der Ort sich selbst gerne als Klein-Amsterdam oder Venedig des Nordens bezeichnet. Und das wegen einiger sogenannter Grachten. Kanäle halt. Vier oder fünf. Die Treene im Norden, die Eider im Süden, ein Verbindungskanal, zwei, drei Kanäle im Ort. Das Zentrum wird von einem großen Platz gebildet, der hauptsächlich als Parkplatz dient. Ein kleiner Brunnen, der nicht genügend gesichert ist, dass Kinder darauf herumklettern und ihre leergefressenen Eisbecher einfach liegen lassen. Dazu einige wenige Sehenswürdigkeiten, über deren Sehenswürde man sich auch streiten könnte.


Friedrichstadt, Am Markt

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