Besondere Freude

Es ist durchaus so, dass die Bücher, die ich in meinem Verlag p.machinery veröffentliche, unter anderen ein Kriterium erfüllen müssen, das mir wichtig ist: Die Geschichten müssen mir gefallen. Und in aller Regel ist das auch durchgehend der Fall.
Bemerkenswert für mich sind die Geschichten, die mich dann besonders packen. Wolf Wellings aktueller Roman »Die Wächterin« ist so ein Werk. Die Geschichte um eine Wächterin auf einem ansonsten unbewohnten Planeten, auf dem sich ansonsten auch nichts zu ereignen scheint, ist ausgesprochen spannend. Mit Rückblicken in die Vergangenheit der Protagonistin, zustande kommend durch das Schreiben einer Art Tagebuch im Dialog mit einem »Inner-Ich«, schafft Welling eine Stimmung, in der Fragen nie wirklich beantwortet zu werden scheinen. Und selbst wenn am Ende eigentlich alles klar scheint, bleibt doch noch eine Frage offen.

Ich bin Mitglied im Komitee des Deutschen Science-Fiction-Preises (DSFP) und natürlich bin ich als Verleger parteiisch, aber ich vermute, dass dieses Buch Chancen wenigstens auf eine Nominierung für den DSFP 2019 (Jahrgang 2018) haben könnte. Man wird sehen.

Wenn eine Nötigung nötig ist. Ein Vorwort

Dirk C. Fleck, dieser bald fünfundsiebzigjährige Ökoholic, der in­zwischen von renommierten Verlagen ungelesen abgelehnt wird – was er als Auszeichnung auffasst, meiden doch inzwischen die etablierten Verlage die lebenswichtigen Themen, die ihn umtreiben, wie der Teufel das Weihwasser –, der sich als ehemaliger Redakteur und Mitarbeiter zahlreicher »Qua­li­täts­medien« wie Spiegel, Geo, Stern und anderen nun vornehmlich im Internet auf alternativen Plattformen tummelt, die dem Mainstream mehr und mehr das Wasser abgraben … Die­ser Dirk C. Fleck hat mich, seinen Verleger, genötigt, dieses Vorwort selbst zu schreiben. Parbleu!
Freilich ist es ein gewagtes Unterfangen, den Schreiberling zahlreicher – hier sind es neunundneunzig, Gerüchten zufolge jedoch sind es Horden, Legionen, ganze Völker – Gedanken­schnipsel, kürzerer und längerer Texte, Aufrufe zum ökologischen Ungehorsam und Ansammlungen literarischer, politischer und gesellschaftlicher Weisheiten dazu zwingen zu wol­len, das Vorwort zu einer Sammlung einer nicht ganz unerheblichen Zahl seiner Werke selbst zu verfassen. Wie dumm muss man als Verlegerlein sein, sich auf dergleichen Idee einen Erfolg einzubilden.
Aber zugegeben: Die einfache Frage, gestellt in einer einzigen E-Mail, in einem einzigen Satz, ohne Wiederholung … Es war einen Versuch wert.

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Asiatische Kultur im Quadrat

Die außergewöhnlichen Bücher, die Die|QR|Edition veröffentlicht, dürften zwischenzeitlich bekannt sein. Michael Weisser nennt sie Hybridbücher, weil sie das analoge gedruckte Buch mit dem Internet und anderen elektronischen Sensationen verbinden. Die Themen selbst sind recht verschieden. Nach dem SF-orientierten sechsten Band »Dea Alba« mit dem bekannten Roman von Herbert W. Franke und Michael Weisser in einer überarbeiteten (und erweiterten) Neuausgabe ist das neue Thema völlig anders gelagert.

Feng-Shui kommt aus China – und wird vor allem missverstanden. Das vorliegende Buch präsentiert keine komplexen Berechnungen oder schnelle Tipps, wie man gesund, reich und glücklich wird. Tatsächlich präsentiert der Imperial-Feng-Shui-Master Mark Sakautzky in seinem Interview mit Michael Weisser ausführliche Blicke hinter die Kulissen des klassischen Feng-Shui, das gänzlich ohne esoterisches Gebrabbel und mystische Verbrämung auskommt.

Bislang standen die Titel der QR|Edition terminlich immer ein wenig unter Druck. Mit dem aktuellen siebten Titel »Imperial Feng-Shui« hat es erst mal terminlich »voll hingehauen«. Und ich rechne mir erstmals einen durchschlagenden Verkaufserfolg aus – denn Feng-Shui ist ein »asiatisches Thema«, und wenn ich von den Erfolgen meiner beiden Ikebana-Bücher ausgehe, dann könnte es in Sachen Feng-Shui einen Verkaufserfolg geben, den die Bücher der QR|Edition auch längst verdient hätten.

Weitere Details zum Buch finden sich: hier.

Lange Geschichte

Die Story von STORY CENTER als Anthologienreihe möchte ich nicht erneut erzählen, sie ist bekannt: Angefangen im SFCD, übernommen von meinem Verlag p.machinery, und dann gab es eine lange Pause.
Derzeit erscheint die Reihe eher sporadisch, definitiv ohne Jahreszahl – die früher üblich war – und auch nicht in der Reihenfolge, die durch die verschiedenen Ausschreibungen geplant war.
Aber sicher ist: STORY CENTER ist nicht tot, es geht weiter.

So aktuell mit dem Titel »Spliff 85555: EBERSBERG«. Und mit einem neuen Herausgeber – Gerhard Schneider.
Wie wir auf die Zusammenarbeit gekommen sind, weiß ich nicht mehr. Es ging vermutlich um meinen chronischen Zeitmangel, um eben Anthologien, zu denen er unter seinem Autorenpseudonym Gard Spirlin Texte eingereicht hatte, und irgendwann bot er wohl an, an den Vorarbeiten mitzuwirken.
Gesagt, getan. Die Geschichten zu der durch die Musik der Band Spliff und ihrem Album »85555« inspirierten Anthologie schickte ich ihm, er sah sie durch, lektorierte und korrigierte sie und stelle das Werk zusammen. Wir hatten immer Kontakt in der Sache, aber ich habe ihm alle Freiheiten gelassen, von denen ich glaubte, er müsse sie haben.
Und ich wurde nicht enttäuscht:

Weitere Details zum Buch: hier.

Natürlich gab es auch ein paar Häkchen und Öschen :) Zwei Autoren hatten dann offensichtlich keine Lust mehr, als es darum ging, sich doch noch einmal intensivere Gedanken über ihre Geschichten zu machen. Und wir – Gerhard und ich – vergaßen schlicht, dass es sinnvoll sein könnte, diejenigen Autoren, deren Werke in der Anthologie erscheinen sollten, vorab über diesen Tatbestand zu informieren. So gab es dann einige überraschte Reaktionen, als ich vor einigen Tagen verkünden konnte, dass die Anthologie fertig sei.

Und nun ist sie es auch. Gestern habe ich den Andruck kontrolliert und die Druckfreigabe erteilt.

Das Titelbild und die – mit einer Ausnahme – doppelseitigen Farbillustrationen im Innenteil stammen von Uli Bendick.