Wertvolles aus Hundesteuer

So was kriegt man mit der Post: so was. Ich nehme an, das wird aus Hundesteuern finanziert. Ich nehme nicht an, dass die Besitzer(innen) von Pferden ein solches Schreiben erhalten; Pferde sind ja nie krank, und Fleischlieferanten fressen ja auch nicht die Pferdescheiße von Wanderwegen oder meinen Stiefelsohlen. Ich nehme auch nicht an, dass die Eigentümer von Rinderherden einen solchen Brief bekommen, vor, während oder nachdem sie ihre Rinderherde vom Stall zur Weide oder zurück getrieben und vergessen haben, die Hinterlassenschaften ihrer Milchlieferanten zu beseitigen. Und ich nehme an, dass die reine Interpretation von Gesetzen und deren Inhalten in der Bekanntmachung auf der zweiten Seite des Schreibens niemandem auffallen. (Ich musste mich immerhin vergewissern, dass es ein »Landesstraf- und Verordnungsgesetz zum Schutz von Feld und Flur« nicht gibt; der »Schutz von Feld und Flur« ist nur ein Teil dieses Gesetzes, und sein Inhalt ist deutlich anders formuliert, als das, was einem hier mitgeteilt wird.)

Jedenfalls ist es sinnlos, dass einem so was mitgeteilt wird. Ich weiß als Hundebesitzer, der sich bemüht, seine Hunde ebenso zu erziehen wie sich selbst, was bestimmte Dinge (z. B. die Beseitigung hündischer Hinterlassenschaften) angeht, dass es mehr als genug Hunde besitzender Arschlöcher gibt, die auf die Erfüllung einer solchen sinnvollen Pflicht nur scheißen – sic! -, und das ganz unabhängig von so einem Schreiben. Das Geld für so eine Briefaktion jedenfalls wäre – wenn man schon Tieren Gutes tun will – sinnvoller eingesetzt, würde man sie in das Budget von Tierheimen stecken.

Das Stethoskop am Herzen der SF

Im August dieses Jahres – genauer am Wochenende vom 12. bis 14. August – findet in Oldenburg ein nicht ganz gewöhnlicher Con statt. Eigentlich sogar ein Kon. Der MediKonOne 2016 ist nicht nur der SFCD-Jahrescon 2016, sondern wohl auch der erste Kon, der auf dem Gelände und in Zusammenarbeit mit einer Klinik – dem Klinikum Oldenburg,das gleichzeitig auch medizinische Fakultät der Universität Oldenburg ist – stattfindet. Abgesehen von eher allgemein SF-orientierten Programmschienen wird es auch Veranstaltungselemente geben, die sich auf Medizin beziehen – und dabei sicherlich auf die Medizin der Zukunft. Und vielleicht auch auf die Frage nach der Zukunft der Medizin.

Ralf Boldt, Frontmann der Con… pardon, Konorganisation, kam auf die naheliegende Idee, eine Anthologie auszuschreiben, in der SF-Geschichten mit diesem Thema – der Medizin der Zukunft, aber auch der Zukunft der Medizin – versammelt würden. Aus beinahe naheliegenden Gründen war klar, dass ich das Buch verlegen würde. Et voilà, das ist es geworden:

Details zum Buch finden sich hier. Dort kann man auch das Inhaltsverzeichnis nachlesen.

Der Grund, warum ich auch dieses Buch verlegen darf, ist recht einfach erklärt. Ich bin seit 2006 wieder SFCD-Mitglied (in der Zeit seit Mitte der 90er habe ich pausiert, war quasi gafia) und seit Längerem nicht nur für die ANDROMEDA NACHRICHTEN des Vereines, sondern auch für das Magazin ANDROMEDA SF MAGAZIN zuständig. Und ich kümmere mich auch um andere Angelegenheiten, die für den Verein zu layouten und zu publizieren sind.
Wichtiger jedoch ist noch, dass ich mit meinem Verlag p.machinery www.pmachinery.de seit Juli 2009 die Reihe »AndroSF« herausbringe – »für den Science Fiction Club Deutschland e.V.«, eine Geschichte, die ich sicherlich schon öfter erzählte: Ende 2006, damals neu in den Verein zurückgekehrt und gleich in den Vorstand aufgestiegen, brachte ich die Idee einer Buchreihe des SFCD auf – was seinerzeit als zu teuer und überflüssig abgelehnt wurde. Aber für mich blieb klar, dass ich dem Verein eine Buchreihe quasi gönnen wollte – und wenn nicht gleich unter dem Vereinsnamen, dann halt nur für diesen Verein, ihm quasi gewidmet.
Nun, inzwischen sind mehr als fünfzig (50!) Bände in dieser Reihe erschienen. Und der aktuelle Band 57 – »Hauptsache gesund!« gehört mit dazu.

Zwei Besonderheiten sind noch zu erwähnen: Das Paperback wird den SFCD-Mitgliedern als Vereinsleistung im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags zur Verfügung gestellt. Und es gibt ein Hardcover in einer streng limitierten Auflage von 55 Exemplaren, das zunächst nur Auserwählten (z. B. Kon-VIPs) zur Verfügung gestellt wird, und erst nach dem Kon – konkret ab 01.09.2016 – wird auch das Hardcover verkauft werden, sofern noch Exemplare übrig geblieben sind :)

Supermarktstorys

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Murnau, Ostern 2016. Ich fahre gerne ganz früh morgens zum Einkauf. Um 7 Uhr macht der Tengelmann in Murnau auf. Der Netto nebenan auch. Aber ich bevorzuge den Tengelmann. An den Wochentagen bin ich oft der Erste, an den Sonnabenden nicht. Da kommen ganz früh auch die ersten Panikeinkäufer, um sich für den Sonntag einzudecken und die Monate danach, denn ab Montag gibt es ja nichts mehr.
Wenn man früh morgens zum Einkauf fährt, lernt man die Leute, die dort arbeiten, viel besser kennen. Sie sind noch entspannt, nicht gestresst. Sie lächeln, grüßen, und die Kassiererinnen merken sich schnell deinen Namen. Ich zahle regelmäßig mit EC-Karte. Da steht der Name drauf.

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So wenig Zeit für so viel Werk

Im November 2014 erschien der erste Band der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, »Der Grüne Komet« (AndroSF 46). Und etwas mehr als ein Jahr dauerte es, bis die nächsten drei Bände gleich auf einen Satz erscheinen konnten: »Das Gedankennetz« als AndroSF 51, »Der Orchideenkäfig« als AndroSF 52 und ­– mit einem kleinen Sprung in der Nummerierung, der keinen besonderen Grund hat – »Die Glasfalle« als AndroSF 58.

Herbert W. Frankes Werk ist bekannt, und wer sich näher informieren möchte, was in der SF-Werkausgabe vor sich geht, kann dies hier tun. Details zu den drei neuen Büchern kann man sich anzeigen lassen, wenn man die nachfolgenden Titelbildabbildungen anklickt.

Besonderes Lob bekommt bisher Thomas Franke für seine Titelbilder; auch die Titelbildgestaltung geht letztlich im Wesentlichen auf seine Ideen zurück. Die ersten vier Bände unterscheiden sich farblich nur marginal in der Farbgebung der Titelei an sich; ab dem nächsten Band 5 – das wird »Die Stahlwüste« sein – werden sich die Umschläge nach und nach »verdunkeln«, bis sie bei »Dea Alba« einen »Höhepunkt« erreichen werden, um dann wieder »umzukippen«. Diese Idee wiederum ist seinerzeit auf meinem Mist gewachsen.

Die Bücher der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke sind etwas größer (höher) als die üblichen p.machinery-Paperbacks, um sich ein wenig von anderen Büchern – vor allem Taschenbüchern – abzuheben. Sie wirken dadurch schlank und mit den druck- und bindetechnischen Höchstleistungen des Schaltungsdienst Lange aus Berlin ausgesprochen edel. Es gibt sie als Paperback und als Hardcover; die E-Books der Romane erscheinen ja noch beim Heyne-Verlag (die Kurzgeschichtensammlungen werden dort offensichtlich nicht berücksichtigt, stehen aber auch bei p.machinery frühestens dann auf der Agenda, wenn die Rechte Heynes ausgelaufen sind und nicht mehr verlängert werden).

Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Kleiner Gott auf Zeitreisen

Gerd Scherm bin ich noch nicht begegnet. Jedenfalls nicht bewusst. Schaut man sich an, was im Internet über ihn geschrieben steht – z. B. auf seiner Website oder in der Wikipedia –, sieht man, dass der Mann, wenn nicht berühmt, so doch bekannt ist. Und trotzdem – den Geschichtenwebern ist es zu verdanken, dass dieser berühmte Mann mit der Idee zu mir gekommen ist, einige seiner Bücher neu aufzulegen. Genauer: einerseits die Bücher um Seshmosis und den kleinen Gott GON (was heißt: Gott ohne Namen), andererseits ein sich an Jugendliche richtendes Buch mit dem Titel »Schamanenkind«. Und nicht nur das – zur Saga um den Schreiber Seshmosis und GON wird es einen ganz neuen, vierten Teil geben.

Nach einer gewissen Anlaufphase sind zunächst einmal die ersten beiden Bände erschienen: »Der Nomadengott« als Band 1 im November, »Die Irrfahrer« als Band 2 im Dezember 2015.

Die beiden Cover beruhen auf Ideen von Gerd Scherm und Friederike Gollwitzer, was insofern bemerkenswert ist, als Gerd von den Heyne-Taschenbuchcovern wenig überzeugt war. Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »Der Nomadengott« – und hier – »Die Irrfahrer«.

Die beiden Bücher waren nicht nur amüsante Arbeit bei der Korrekturlesung und dem Layout. Man kann den Büchern sogar eindeutig einen großen Bildungsgehalt unterstellen, denn obwohl sich Gerd Scherm bei seiner Be- und Verarbeitung historischer Zeiten und Gegebenheiten einige literarische Freiheiten gönnte, bleiben im Kern die historisch anerkannten Wahrheiten erhalten. In »Der Nomadengott« ist der Hintergrund noch die Welt Ägyptens mit den zugehörigen Göttern und Pharaonen; die vielfältige Götterwelt der alten Ägypter gibt sich als Gegenstand einer ganz eigenen Wissenschaft zu erkennen. In »Die Irrfahrer« wiederum wechseln Seshmosis und seine Mannen mit GONs Unterstützung in die Zeit des Trojanischen Krieges, des Odysseus und der griechischen Götterwelt.
So wie bei »Asterix & Obelix« also, könnte man meinen. Ein ernsthafter historischer Hintergrund, eine amüsante Handlung im Vordergrund, und die Verbindungen zwischen beiden »Gründen« gerne schalkhaft verbogen.

Der dritte und bislang letzte Teil der Seshmosis-Saga – betitelt »Die Weltenbaumler« – spielt in der nordischen Sagenwelt und ist, ebenso wie »Schamanenkind«, bereits vorbereitet, um als einer der nächsten Titel in meinem Verlag erscheinen zu können.
Und von dem vierten Teil der Seshmosis-Saga ist bislang nur der (Arbeits-) Titel bekannt: »Die Trickster«.

Piekfein renoviert

Über den Zustand des Waldweges, der von Murnau-Westried zum Staffelsee führt, habe ich schon geschrieben: im Oktober 2014 hier und im August 2015 hier. Inzwischen wurde der Aufstieg auf diese kleine Erhebung renoviert (zunächst der Blick von unten):

Man kann nicht nur recht schön die Steinstufen erkennen, die die früheren Holzstufen ersetzten, sondern auch den eleganten Schwung der Treppe nach oben, um die Steilheit des früheren Auf- bzw. Abstiegs zu mindern. Sehr gelungen.
Das Geländer kam zuletzt und wurde erst heute entdeckt. Bemerkenswert – und ein Beweis dafür, dass es doch noch Menschen gibt, die nachzudenken in der Lage und willens sind – ist die Schleuse, die verhindern soll, dass Pferde und Mountainbiker den Weg benutzen. Nun, für Mountainbiker ist die Schleuse vermutlich nicht eng genug – aber dass Pferde wieder neben dem Weg geführt werden müssen, kann man an Spuren schon erkennen.
Hier noch ein Blick von oben:

Ich bin hochoffiziell beeindruckt und erfreut.
Wenn man sich am oberen Ende des Neubaus umdreht, um seinen Weg fortzusetzen, erblickt man das hier:

Dergleichen Spuren von Pferden – und nicht selten auch von Mountainbikern – finden sich auf der ganzen Fläche des flacher verlaufenden Abhangs gen Norden. Selbstverständlich sind es gerade die ganz leichten, mit nur vier Beinen ausgerüsteten Pferde und die in der Regel nicht geländegängigen Mountainbikes, die die Fußpfade der Wanderer benutzen müssen. Aber vielleicht wird hier ja noch eine Selbstschussanlage nachgerüstet. Ich bin da ganz optimistisch.

Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

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Die Intellektualität unfarbigen Staubes

Olaf G. Hilscher & Michael K. Iwoleit (Hrsg.)
NOVA SCIENCE FICTION, Ausgabe 23
Amrûn Verlag, Traunstein, 2015, E-Book, ISSN 1864-2829, ISBN 978 3 958690 31 8

VORBEMERKUNGEN
Ich glaube, das ist die erste NOVA-Ausgabe, die ich überhaupt in einem Stück gelesen habe. Ich erinnere mich dumpf, einmal zwei oder drei Printausgaben besessen zu haben, aber nicht daran, dass ich sie gelesen hätte. Tsts.
Inzwischen ist klar, dass Jürgen Eglseers Amrûn Verlag das neue Zuhause für NOVA darstellt. Auch wenn ich zu NOVA bislang keine besondere Beziehung habe – siehe vorher; ich verspreche, daran zu arbeiten –, kann ich die Erhaltung von Veröffentlichungsmöglichkeiten für SF-Kurzgeschichten nur begrüßen. Lauthals.
Das vermutlich erste NOVA, welches ich gelesen habe, lag mir also als E-Book vor. Meine Lektüre liegt eine Weile zurück, so dass ich parallel zum Schreiben dieser Rezension in diesem E-Book blättern werde. Notebook und Calibre sei Dank.
Achja. Gelesen habe ich das E-Book für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2106 (vulgo: DSFP 2016).

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