Schändliche Beschädigung

Matthias Falke
DAS DYSON-SEGEL
Eine Erzählung aus dem ENTHYMESIS-Universum. SF-Erzählung. Illustrationen: Michael Mittelbach. Books on Demand, Norderstedt, 2009, Taschenbuch, 81 Seiten, ISBN 978 3 8391 2401 7

Dass ich den Falke kenne, weil wir was miteinander machen, erwähnte ich schon. Möglicherweise kann sich das nach dieser Rezension noch verstärken, denn da gäbe es das eine oder andere Hühnchen, das man zum gegenseitigen Vorteil produktiver und effizienter rupfen könnte. Aber dazu nachher mehr.
Das Buch »Das Dyson-Segel« schickte er mir zu, damit ich mir das Papier anschaute, als wir zu klären versuchten, auf welchem Papier wir das Buch »SAJAMA« machen lassen wollten. Gleich vorweg: Das »Dyson-Segel« ist auf weißem Papier gedruckt, wodurch die farbigen Illustrationen von Michael Mittelbach gut zur Geltung kommen.

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Die Watkins im kalten Wasser

Phil Rickman
MITTWINTERNACHT
Midwinter of the Spirit, 1999
Merrily-Watkins-Krimi 2, Übersetzung: Karolina Fell, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, Dezember 2009, Taschenbuch, 605 Seiten, ISBN 978 3 499 24906 8

Nachdem mir der erste Roman »Frucht der Sünde« – siehe auch hier – eigentlich gut gefallen hat, mich jedoch überraschte, weil in ihm nichts von dem enthalten war, was man zu der Serie an sich lesen konnte – sprich: die Watkins war noch nicht »Beraterin für spirituelle Grenzfragen«, und auch sonst fehlten ihr alle Elemente, die man für eine angehende solche erwartet hätte –, war ich auf den zweiten Band doppelt gespannt. Nicht nur, weil der Klappentext mit »Und dann war der Teufel los« betitelt war. Nach der gelinden, wenn auch nicht wirklich prägenden Enttäuschung nach dem ersten Band hätte ich das leicht als Übertreibung abtun können. Aber das wäre ein Fehler gewesen. Ein großer Fehler. Ein unverzeihlicher gar.

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Vervirend

Matthias Falke & Michael Knoke
DER VIRENPLANET
E. C. Tubbs Star Voyager (Ein TITAN-Sternenabenteuer). BLITZ-Verlag, Windeck, 2010, Hardcover mit Schutzumschlag (auf 888 Ex. limitierte Auflage), 512 Seiten, ISBN 978 3 89840 281 1

Mit Matthias Falke habe ich jetzt schon ein Weilchen einen recht intensiven Kontakt, weil wir mindestens ein Buch zusammen machen werden – »SAJAMA. Boliviens höchster Berg. Ein Expeditionstagebuch« wird als Band 3 der Reihe ErlebnisWelten meines Verlages p.machinery wohl noch im Februar 2010 erscheinen (ISBN: 978 3 8391 5432 8); und mit Jörg Kägelmann, dem Chef vom BLITZ-Verlag, habe ich immer mal wieder zu tun, weil er als (seit 2004 leider Ex-) SFCD-Mitglied immer noch ganz gerne in SFCD-Publikationen Anzeigen schaltet.

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Rhodaneske Solidität

Judith Fandrich
ZEITEN
Perry-Rhodan-FanZentrale e.V., Rastatt, März 2010, Perry-Rhodan-FanEdition, Band 11, Heftroman, 68 Seiten

Dass ich diesen Heftroman an dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt rezensieren darf, liegt daran, dass ich zu den wenigen glücklichen Menschen gehöre, die ihn bereits kennen, bevor er auf die Menschheit losgelassen wird. Das ist keine große Zauberei: In Gestalt meines eigenen Verlages p.machinery bin ich schon eine Weile für die Perry-Rhodan-FanZentrale, kurz PRFZ, tätig, was die Produktion der Romane der FanEdition angeht. De facto habe ich die Bände 9 und 10 gemacht, dann ein Atlan-Special und zuletzt den Band 8, eine »Nachreichung« sozusagen. Der aktuelle Band 11 ging vor Kurzem an eine Druckerei meiner Wahl und dürfte auf dem Weg zu mir sein, wenn diese Rezension veröffentlicht werden wird.

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Nachtragszitat

Zum ersten Rickman-Roman möchte ich noch ein winziges Zitat nachreichen, als Schmankerl:

Merrily steckte sich eine Zigarette an. «In Momenten wie diesen schlage ich eigentlich vor, sich gemeinsam hinzuknien und um Beistand zu beten.»
«Das ist nicht Ihr Ernst», sagte Lol.
«Das ist mein Beruf», sagte Merrily.
«Das hatte ich ganz vergessen.»
Draußen auf dem Marktplatz begann eine Blaskapelle zu spielen.

Ich glaube, ich habe in meiner Rezension nicht deutlich genug hervorgehoben, dass das Buch insgesamt sehr dialoglastig ist – was ich sehr schön finde, ich bevorzuge Dialoge eigentlich –, und dass diese durchgängig sehr spritzig und schön ausgefallen sind.

(Und wenn der Mistscanner, dieser elektronische, japanische Sch***glump, japanische Mists** gescanned hätte, was ich gescanned haben wollte, dann wäre das obige Zitat auch länger ausgefallen. Aber nein, das muss ja nicht sein, dass man als Dr***shaufenm***elektronik noch das tut, was einem aufgetragen wird.)

Kopf-an-Wand-Einsatz

Ein Nachtrag zum ersten Band der Merrily-Watkins-Krimis von Phil Rickman ist mir noch eingefallen: An einer Stelle – ich habe das Buch gestern verschenkt, kann also die Seitenzahl nicht mehr nennen – ist entweder der Übersetzerin oder dem Lektor oder beiden ein ganz übler Schnitzer unterlaufen, den ich so nicht stehen lassen kann. Da wird in einem klar erkennbaren und für »Mundpropaganda« sprechenden (sic!) Zusammenhang doch glatt das Dummwort

Mund-zu-Mund-Propaganda

wortwörtlich und genau so hingestellt, als gehörte es da hin. Ein Ei über das geistige Niveau deutschen Sprachgebrauchs!

Filmische Dramaturgie

Phil Rickman
FRUCHT DER SÜNDE
The Wine of Angels, 1998
Merrily-Watkins-Krimi 1, Übersetzung: Karolina Fell, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, Mai 2009, Taschenbuch, 608 Seiten, ISBN 978 3 499 24905 1

Ich mag Krimis. Ich mag sie lieber als Science Fiction, als Fantasy sowieso. Auch Mystery hat mir mehr zu bieten. Ein »Star Trek 11« muss für mich kein SF-Film sein; als »Bad Boys«-Verschnitt hätte er mir auch gefallen. Aber ein Shayamalan à la »The Sixth Sense« oder »Unbreakable« bietet mir mehr, als »Serenity«, als »Der Herr der Ringe« – was eh ein ganz anderes Thema wäre – oder ein »Harry Potter«. Am meisten aber mag ich Krimis. Im Film, im Fernsehen und im Buch. Nicht so Serien wie die Brunetti-Dinger von Donna Leon; dann schon eher Nora Roberts. Aber schon auch die Klassiker.
Ja. Ich mag Krimis.

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Drei Finger für ein Glas

Und ein Nachtrag zu »Inglourious Basterds« (und ja, das ist ein Spoiler, verdammich!). Eine Szene geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Die drei Basterds und die von Hammersmark sitzen unten in der Kneipe, dieser Sturmbannführer mit am Tisch. Der Wirt versucht eine zwicklige Situation zu entschärfen, indem er fragt, wer noch was trinken möchte. Der Sturmbannführer lädt ein. Die von Hammersmark will beim Schampus bleiben. Zwei der Basterds wollen ein Glas des besonderen Whiskys. Der Sturmbannführer will frische Gläser. Es gibt ein bisschen Hin und Her, bis einer der Basterds die Hand hebt, und mit den Fingern anzeigt, dass sie drei Gläser wollen (und es auch sagt).
Meine Freundin: »Jetzt hat er sich verraten.«
Ich: »Genau.«
Und einige Szenen später wird das im Plot selbst auch so bestätigt.
Warum? Der Ami hob die rechte Hand und zeigte die Drei mit dem Zeigefinger, dem Mittel- und dem Ringfinger. So hat er sich verraten, der Tropf.

Tarantino, typisch?

INGLOURIOUS BASTERDS
(Quentin Tarantino, USA/Deutschland 2009)

imdb.de | imdb.com

Tarantino hat für mich ein bisschen was Magisches an sich. Ich kann mich an keinen seiner Filme, die ich gesehen habe, erinnern, weil er mich enttäuscht hätte. Andererseits haben alle seine Filme Elemente, die mir eindeutig nicht gefallen. In »Pulp Fiction« war es das Gehabe zwischen Travolta und Thurman, in »Kill Bill« dieser sinnlos übertriebene Einsatz künstlichen Blutes – sinnlos nicht im dramaturgischen Sinne, sondern sinnlos in seiner Künstlichkeit –, in »Death Proof« war es diese manchmal machodämliche Art des von Kurt Russell gespielten Stuntman Mike, und in »Inglourious Basterds« war es einfach die Musik, die mich wieder zu der Erkenntnis zurück führte, dass Tarantino einfach einen kranken Musikgeschmack hat.

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Pflichtstückchen

Marc A. Herren
GESÄNGE DER NACHT
Pabel-Moewig Verlag, Rastatt, 2009, Perry-Rhodan-Extra 9, Heftroman, 68 Seiten

PERRY RHODAN ist schon lange nicht mehr mein Ding. Vor vielen Jahren habe ich ihn auch gelesen, gesammelt, teilweise sogar in drei Auflagen (1., 2. und 5.), ich habe – übrigens immer viel lieber als die Serie – die Taschenbücher (die sogenannten »Planetenromane«) gelesen. Irgendwann war dann Schluss. Ich weiß nicht mehr, wann, ich weiß auch nicht mehr, warum. Ich weiß noch, dass ich 2002 meine inzwischen fast vollständige Serie bei Ebay verkaufte – für einen jämmerlichen Preis (aber schon damals hat man für eine praktisch komplette Erstauflagenserie nicht mal mehr den Papierpreis bekommen …).
Dass ich heute noch Berührungspunkte mit PERRY RHODAN habe, die durchaus über ein Normalmaß hinausgehen, liegt an verschiedenen Dingen. Ich bin Herausgeber und Chefredakteur der ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD e.V., ein Magazin, das durch Ralf Boldt und seinen Hauptmitarbeiter Robert Hector eine große und kaum zu übersehende Präsenz in den ANDROMEDA NACHRICHTEN zelebriert. Ich kenne Klaus N. Frick seit vielen Jahren, und diesen beiden Umständen ist es wohl auch zu verdanken, dass ich mehr oder minder regelmäßig mit Rezensionsexemplaren von Pabel-Moewig aus beschickt werde. (Wofür ich mich an dieser Stelle auch einmal bedanken möchte …)

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