Das war wohl nicht klar genug

Tatort: Murnau.
Genauer: Westried.
Noch genauer: Grainbichl.
Am allergenauesten: Hinterer Grainbichl.

Da war es den Anwohnern wohl nicht offensichtlich genug, dass während der Winterzeiten wegen des »Winterdienstes« – so das ursprüngliche Schild unterhalb des Halteverbots – eben ein Halteverbot herrscht.
Der Amtsschimmel dachte sich … ähm, der Amtsschimmel dachte … nein, das ist blöde formuliert.
Irgendjemand kam auf die selige Idee, den Zeitraum zu konkretisieren. Nun ist zwar vom 01.11. bis 30.04. immer und auch ohne Schnee Halteverbot, allerdings wird der Winterdienst seine Arbeit vermutlich nicht verrichten können, wenn zwischen 01.05. und 31.10. Schnee gefallen sein sollte. Was hier durchaus auch schon vorgekommen ist –

 

Grafenkübel

Ich lästere gerne über Grafenaschau, einen Ort, den es so eigentlich gar nicht gibt. Die Gemeinde heißt eigentlich Schwaigen, und Grafenaschau ist nur ein Ortsteil, wenn auch – zugegeben – der wohl flächenmäßig größte. Der Ort ist recht ruhig gelegen, es gibt Durchgangsverkehr nur von Leuten, die Schilder ignorieren (was einen zu der Vermutung verleiten könnte, dass die Hölle auf der Verbindungsstraße zwischen Murnau-Westried und Eschenlohe los ist, weil ja heutzutage Logolegasthenie am Lenkrad vorzuherrschen scheint), die Leute, die ihre Autos nicht in Garagen parken, parken Fußgängerwege zu (weil der 40-Tonner-Verkehr so dicht ist; der letzte durchfahrende 40-Tonner steht im Schulgeschichtsbuch von 1972), und ansonsten sind die Häuser nobel, gepflegt und die Anwohner wohl sehr kostenbewusst (neudeutsch für »geizig«).

Bis zu meiner überraschenden Entdeckung am 30.11.2016 gab es in Grafenaschau – wenn überhaupt – nur die illegalen Schilder »Kacken verboten«, den rot durchgestrichenen Hund in eindeutiger Stellung. Für mehr gedachten die Grafenaschauer wohl kein Geld ausgeben zu wollen. Und umso überraschter war ich dann doch über diesen Anblick:

Das Foto von Ende November 2016 ist mir gestern wieder eingefallen, als ich den Kübel wieder vorfinden durfte: voll, mit einem dicken Müllbeutel oben drauf. Leider hatte ich mein Smartphone nicht am Mann <muff>.

Internetinhaltsverzeichnis

Goetz Buchholz
Der Ratgeber Selbstständige
mediafon Selbstständigenberatung, Berlin, 2011 (Rechtsstand Januar 2011), 220 Seiten, Taschenbuch, ISBN 978 3 9814091 0 9

VORBEMERKUNG
Irgendwann im ersten Halbjahr 2017 machte ich mir Gedanken über Selbstständigkeit. Mit meinem Verlag, mit einem IT-Unternehmen, mit was auch immer. Ich stellte Überlegungen an, machte ziel- und planlose Konzepte, sprach mit meiner Bank, mit ein paar Leuten, und ich las natürlich auch Bücher. Nun ja – ein Buch.

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Gut gemeint, schlecht gewählt

Michael Kleemann
Panoramawege für Senioren: Bayerische Hausberge
32 aussichtsreiche Höhenwanderungen
J. Berg Verlag (Bruckmann Verlag), München, 2017, 128 Seiten, Klappenbroschur, ISBN 978 3 86246 576 7

VORBEMERKUNG
Ja, das war wohl gut gemeint. Wahrlich. Ich will meiner Gattin da keine böse Absichten unterstellen. Obwohl …
Ich lebe seit 1982 in Bayern, bin aber in Düsseldorf geboren. Seit 1982 lebe ich also hier. Seit 2005 lebe ich in Murnau am Staffelsee mit direktem Blick über das Murnauer Moos in die Alpen, seit 2008 noch ein Stückchen weiter südlich – genauer: 400 Meter –, und je nachdem, wo ich im Umkreis von fünf Kilometern um meine Wohnung bin, kann ich die Zugspitze sehen, in aller ihrer bedenklichen und zweifelhaften Restschönheit (denn wir wissen ja alle, dass auch der Zugspitzgletscher unter der Trumplüge zu leiden hat).
Und eines ist sicher … Ich weiß nicht, wann es anfing, aber ich hasse die Berge. Ich hasse sie. Alle. Jeden einzelnen. Jede noch so winzige Erhebung. Jede noch so kleine und unauffällige Steigung löst Mordgelüste in mir aus. (Nicht nur in Bayern übrigens, auch in den Moränenendzonen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.)
Und dann bringt meine holde Gattin dieses Buch mit …

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Gut Ding will zwei Chancen haben

Ich habe sehr lange schon mit Tiny Strickers Texten zu tun (und ich fürchte, ich habe das hier auch schon verkündet). In den 80ern habe ich für Maro in Augsburg Texte erfasst, und Strickers Werke gehörten dazu. Ich weiß nicht mehr genau, was ich alles getippt habe – Tiny Stricker ist ein Autor, der klassisch mit der Hand schreibt, obwohl er inzwischen durchaus mit dem Computer umgehen kann. Selbst heute noch …

Zwei seiner Bücher, die ich seinerzeit getippt habe, sind bis heute nicht erschienen und werden voraussichtlich 2018 als Band 8 und 9 der Werkausgabe in meinem Verlag p.machinery erscheinen: »Grenzland« und »Spieler im Park«.

Wann genau ich in direkten Kontakt mit ihm kam, weiß ich nicht mehr. Es war wohl vor 2010, denn sein Werk »Vom Gehen in griechischen Städten« erschien im März 2010 als Band 2 meiner Reihe »ErlebnisWelten« – und bei diesem Buch hatten wir schon Kontakt miteinander.
Das nächste Buch – »Ein Mercedes für Täbris« – wurde nur von mir erfasst, erschien ansonsten im MaroVerlag zu Augsburg. Erst der darauffolgende Titel »Lektüren in Sarajevo« kam wieder meinem Verlagsprogramm zugute und war gleichzeitig der Startband für die Werkausgabe, die ansonsten »durcheinander« erscheint, was heißt: Die Nummerierung der Einzelbände orientiert sich am originalen Erscheinungs- und/oder Entstehungsdatum, was dazu führt, dass siblang nur die Bände 7, 10 und 5 – in dieser Reihenfolge – erschienen sind.

Langer Rede kurzer Sinn – auch dieses Beitrags: In diesen Tagen ist »Vom Gehen in griechischen Städten« in neu layouteter und noch einmal korrigierter Fassung als Band 5 der Werkausgabe Tiny Stricker schienen. Details zum Buch finden sich hier – und das Titelbild sieht so aus:

Ratlosgeber

Alexandra Reinwarth
AM ARSCH VORBEI GEHT AUCH EIN WEG
mvg verlag, München, 2017, 185 Seiten, ISBN 978 3 86882 666 1

VORBEMERKUNG
Bei der 666 in der ISBN könnte man schon misstrauisch werden. Einmal mehr, wenn man sich anschaut, dass sich die Reinwarth offensichtlich auf solche Arten von Pseudoratgebern spezialisiert hat.
Die Empfehlung kam indirekt von meiner Schwägerin. Ohne Details. Offensichtlich hat sie das Buch amüsiert, was noch nichts heißt. Ich habe es mir schicken lassen – was auch noch nichts heißt.

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Wenn du zu schwer bist, helfen die Flügel nicht

Günter von Lonski
MUT VERLEIHT FLÜGEL
Verlag Monika Fuchs, Hildesheim, 2017, Paperback, 160 Seiten, iSBN 978 3 947066 04 9

VORBEMERKUNG
Monika Fuchs ist eine Verlegerkollegin und wir sind bei Facebook in einer entsprechenden Gruppe. Da ich Allesleser bin, hatte ich mich angeboten, das Buch zu lesen und zu rezensieren. Wobei zu berücksichtigen ist – nicht nur, aber auch für mich selbst –, dass das Buch für Kinder-Schrägstrich-Jugendliche gedacht ist, ich mit 58 Jahren allerdings schon ein alter Sack bin. Aber gut …

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Routine, einmal mehr

Ich weiß gar nicht mehr, mit welcher Ausgabe ich wieder angefangen habe, die ANDROMEDA NACHRICHTEN für den SFCD zu machen … 206? 216? Egal. Es war Ende 2006, also auch schon wieder 11 Jahre her … 11 Jahre à 4 Nummern sind 44 Nummern … Den Rest rechnet ihr gerne selbst.

Die aktuelle Nummer ist dieser Tage in die Druckerei gegangen:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 259
SFCD e.V., Murnau, Oktober 2017, 84 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Waldemar Kumming. Ein Nachruf
Angelika Herzog, interviewt von Ralf Boldt

Cons
Ralf Belling: Tervetuloa – Willkommen in Helsinki
Dort.Con – Das Team verabschiedet sich mit einem Fest
Vorsicht, Worldcon! Ein Brief von Jürgen Lautner
Jürgen Lautner: Hinter den sieben Bergen. Die 34. Wetzlarer Tage der Phantastik
Jürgen Lautner: Con~Fetti. Kurznachrichten aus dem Fandom

Fantasy
Cinema
e:Games
Science
Zerrspiegel
Fanzinekurier
Reissswolf

Story:Files
Gard Spirlin: Paradise Prime

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Erinnerungen: Mein erster Hund

Eigentlich war mein erster Hund gar nicht mein Hund. Anke, meine spätere dritte Frau, brachte das Hundemädchen Kim – heute Kim I. genannt, weil sie bekanntermaßen eine Nachfolgerin hat – mit in die Beziehung. Auf Umwegen. Anke war alleinerziehend mit einem nicht unanstrengenden Kind und gab den Hund ihrem Ex-Mann, der sie wieder weitergab. Und irgendwann stellte sich heraus, dass Kim I. kein Zuhause mehr haben würde, weil ihre Pflegemutter umziehen musste und mit X Katzen und Y Hunden keine Wohnung finden würde. Wir wohnten damals in Pfaffenhofen an der Ilm und klärten die Sachlage mit dem Makler unseres Vermieters (der war ein Arsch, mit dem man nicht reden musste, weil er eh zu allem Nein sagte). Und Kim I. war bei uns.

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