Jackson ist ein Ar***loch

Ich bin kein beinharter Tolkienfan. Ich habe vor vielen Jahren – es sind mehr als zwanzig – meinen Hobbit gelesen, meinen Herrn der Ringe. Jeweils zwei Mal. Ich habe das, was ich las, für gut und richtig befunden und für mich festgestellt, dass es mehr dazu nicht zu sagen gibt. Vom Silmarillion habe ich schon die Finger gelassen, weil … Ich weiß nicht. Der Hobbit und der Herr der Ringe waren mir genug.

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Clooney vs. Schweighöfer

Ich habe zwei Dinge zu gestehen.
Zum einen: Ich bin bekennender und großer George-Clooney-Fan. Abgesehen von »Emergency Room«, das ich nie gesehen habe, kenne ich vermutlich jeden seiner Filme – und ich liebe sie alle. Ich kenne keinen Film, in dem er schlecht gewesen wäre, in dem ich ihn mir hätte sparen wollen. Und: Clooney ist cool. Er hat eine Ausstrahlung, die ich ganz spontan immer nur mit Sean Connery vergleichen kann. Und er sieht gut aus. Wäre ich eine Frau, würde ich mich, glaube ich, von ihm besteigen lassen wollen. Wenn ich im nächsten Leben die Wahl hätte, würde ich gerne wie George Clooney aussehen und diese Ausstrahlung haben.
Zum anderen: Ich bin dabei, Matthias-Schweighöfer-Fan zu werden. Da bin ich noch ganz am Anfang, da habe ich noch kein festes Bild, aber es sieht so aus, als wäre ich auf genau diesem Weg.

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Drei Filme

Obwohl ich ständig Filme schaue, habe ich lange nichts über Filme geschrieben. Das kann man ja ändern.

Heute nachmittag sah ich »Stereo«, ein Film mit Vogel und Bleibtreu. Solche Filme landen auf meiner Liste, weil ich meinem ANDROMEDA NACHRICHTEN-Cinema-Redakteur Jörg Krömer zu vertrauen pflege, was nicht immer Garant für genehmen Filmgenuss ist.
»Stereo« jedenfalls ist mir, während ich Marketingunterlagen für diverse Bücher meines Verlages produzierte, als ziemlich halbesoterisches, pseudomystisches Geschwurbel in Erinnerung geblieben. Die Handlung habe ich nicht verstanden, aber das macht auch nichts. Verfestigt hat sich meine längst gefundene Erkenntnis, dass deutsche Filmemacher von einem Genre auf jeden Fall die Finger lassen sollten: Mysterythriller. Und wenn überhaupt, dann vielleicht mit frischen, neuen, unbekannten Schauspielern, aber ganz sicher nicht mit Vogel, Bleibtreu oder anderen deutschen »Filmgrößen«, auch wenn die einen notorischen Hang zu solchen Stoffen zeigen – was man jedenfalls von Moritz Bleibtreu annehmen darf.

Sehr viel erfrischender und erfreulicher war »Systemfehler – Wenn Inge tanzt«, den ich gestern Abend auf Sky Comedy goutieren durfte. Eine absolute Topkomödie aus Deutschland, gespickt mit unbekannten Schauspielern, die eben frisch und neu waren und sind, dazu ein lustiger Plot um eine Band, die versucht, einen Plattenvertrag zu bekommen, dazu aber ausgerechnet den Gitarristen durch das Mädel ersetzen muss, das den Namen des Bandtophits lieferte: »Wenn Inge tanzt«. Ich habe mich immens amüsiert – und die Musik hat Ohrwurmqualitäten (auch wenn Klaus N. Frick den angeblichen »Punkrock« der Band sicher anders einstufen würde – bei den Songs der Jungs geht wirklich gut was ab, das gefällt sogar mir altem Tranceliebhabersack). Und wie das Mädel die »Punkrockjungs« abzieht, das ist Deutschfilm vom Allerfeinsten.
Das Geilste an dem Streifen war aber – Peter Kraus. Ja, genau. Genau der Peter Kraus. Er spielt den Onkel des Leadsängers der Band »Systemfehler«, und er spielt die Rolle schweinecool, richtig schweinecool. Peter Kraus war als Musiker und Schauspieler nie mein Fall – aber in diesem Film punktet er voll auf die Hundert.

Auf Sky Cinema gab es dann heute Nachmittag noch »Prisoners«. Ein Streifen mit Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal. Eine finstere Thrillerstory um entführte Kinder und einen rot sehenden Vater (Jackman), mit einem Polizisten (Gyllenhaal), der sich bemüht, es aber nicht leicht hat, auf die richtige Spur zu kommen. Und leider – fast muss ich das sagen, denn ich hätte es erhofft – gibt es kein Happy End.

Das Fazit dieser drei Filme: Während ich dies hier schreibe, schaue ich die auf Sky problemlos zu bekommende Wiederholung von »Systemfehler« :) an. Weil: Qualität leiert nicht aus :)

»Stereo«: http://www.imdb.com/title/tt3348102
»Systemfehler – Wenn Inge tanzt«: http://www.imdb.com/title/tt2446786
»Prisoners«: http://www.imdb.com/title/tt1392214

Wiederholungstäter

Captain Yugi Nagata: We’re going to die!
Alex Hopper: We are going to die. You’re going to die, I’m going to die, we’re all going to die … just not today.

Der Film, den ich in meinem Leben am allermeisten gesehen habe, ist noch nicht alt. »Battleship« (Director: Peter Berg, USA 2012, http://www.imdb.com/title/tt1440129) heißt er. Laut IMDb-Angaben war er finanziell ein Flop. Und auch nach dem, was ich sonst so gelesen und gehört habe, soll der Film nicht gut sein. Ganz im Gegenteil: Als Fan dieses Films hört man vor allem die Unterstellung, dass man ihn ja nur wegen Rihanna gut fände und anschauen würde, was völliger Blödsinn ist, es sei denn, man fährt auf farbige Mädchen in US-amerikanischen Navy-Uniformen ab.
Wie auch immer: Ich habe diesen Film inzwischen weit über 120mal gesehen. Und das Videofile liegt auf meiner Festplatte an einem der schnellstmöglich zugänglichen Orte, so dass ich ihn jederzeit wieder sehen kann. Und immer wieder.

Und seltsamerweise wird er nicht langweilig, eher noch im Gegenteil. Inzwischen kann ich ganze Dialoge auswendig mitsprechen. Ich kenne die Szenen und wann sie in der Timeline auftauchen – sekundengenau. Und dennoch – der Film wird nicht langweilig.
Und ich kann nicht sagen, woran es liegt, dass ich diesen Film mag, immer wieder gerne anschaue – und woran die Faszination festzumachen wäre, die der Streifen auf mich ausübt. Die Figuren sind nicht über das in US-amerikanischen Spielfilmen mit hohem Actiongehalt hinausgehend detailliert gestaltet. Die Handlung ist klar, zielgerichtet, es gibt keine wirklich überraschenden Wendungen, ein paar Haken vielleicht, wie sie ein Hase auf dem Feld schlagen mag, aber nichts Weltbewegendes. Im Grunde ist die Handlung sogar … klischeehaft.

Und das ist möglicherweise eine der Erklärungen. Denn zu den Klischees US-amerikanischer Filme mit hohem Actiongehalt, gerade solche, die etwas mit dem Militär, mit Kriegen u. ä. zu tun haben, gehört das Bild des Patriotismus, das diese Filme vermitteln. Die Amerikaner haben zu ihrem Land und zu ihrer Rolle in der Welt eine ganz besondere Beziehung, die wir Europäer meist nicht nachvollziehen können, oder jedenfalls eher belächeln als verstehen. Die Deutschen sind in Bezug auf das Unverständnis des amerikanischen patriotischen Bildes besondere Vorreiter, denn aufgrund ihrer heute noch ungemein wichtigen Historie ist es dem Deutschen nahezu unmöglich gemacht, patriotische Gefühle zu entwickeln, patriotische Gedanken zu hegen, ohne gleichzeitig auch ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Israelis – nur als Beispiel, weil man die Israelis als Nation gerne mit den Juden als Volk gleichsetzt, obwohl Juden kein Volk, sondern Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind – haben wiederum eine andere Einstellung zum Patriotismus, sind sie doch von ständigen Anfeindungen und Angriffen umgeben, die mehr als genug Leben kosten, und wenn sie sich ihres Patriotismus’ bewusst werden, dann müssen sie sich am Ende dadurch entschuldigen, dass die Deutschen einen Großteil Schuld daran mittragen, dass die Israelis so sind, wie sie sind (obwohl die Existenz Israels den Briten zuzuschreiben wäre).

Wie auch immer: In den allermeisten Fällen wirkt der in US-amerikanischen Filmen vermittelte Patriotismus rein, sauber, ehrlich, direkt, man verbindet ihn beinahe zwangsläufig mit lauter Adjektiven, die man in einem deutschen Film ähnlicher Ausprägung nicht zu finden glauben würde und einem russischen Film von vornherein gar nicht erst zuzusprechen bereit wäre.
Dass aber auch solche US-amerikanischen Filme, bei denen der Patriotismus so eine mehr oder minder große Rolle spielt, während die Handlung scheinbar eher die Action als Mittelpunkt hat, rassistische Elemente haben, steht außer Frage. In »Battleship« sind die Bösen die Aliens, und sie sind böse, ja. Aber die Art, wie die Menschen, die sich – durchaus mit Fug und Recht – verteidigen, mit den Aliens umgehen, das wäre in vielen Gegenden der Welt – und nicht zuletzt eigentlich auch im sogenannten Westen – kritikwürdig, herablassend, rassistisch. Ich spreche der einen Seite, die von der anderen angegriffen wird, nicht das Recht auf Selbstverteidigung ab. Aber es gibt eine dünne und nicht selten schlecht zu erkennende Grenze, jenseits der Selbstverteidigung eine solche nicht mehr ist.

Und dennoch bezieht ein Film wie »Battleship« seine Faszination aus genau diesem latenten, vielleicht nur minimalen Rassismus. Im Grunde ähnelt er den Rachefilmen wie »Ein Mann sieht Rot« und all den anderen Filmen dieser Art, denn Rache ist es im Grunde genommen, die die Menschen in »Battleship« antreibt, um die Aliens zu vernichten. Vorzugeben, dass die Menschheit zu retten sei, ist nett, gut und ein hehres Ziel. Es ist vermutlich auch ein wahres Ziel. Aber die Antriebskraft, die es Menschen wie den Navy-Soldaten in »Battleship« erlaubt, bis zum Sieg zu kämpfen, ist mehr: Es ist vielleicht nicht nur, aber es ist auch Rache.
Und ich selbst spreche mich nicht davon frei, Rachegefühlen in mir selbst Raum geben zu wollen, Raum zu geben. Ganz im Gegenteil. Ich bin zwar kein nachtragender Mensch, wie manch einer, der mich kennt, wird bezeugen können, aber ich besitze immer und grundsätzlich die Bereitschaft, mich auch zu revanchieren, wenn es sich anbietet und vielleicht sogar sinnvoll erscheint.

Was das mit »Battleship« zu tun hat? Vielleicht nicht viel. Vielleicht alles. Keine Ahnung. Vielleicht ist es heute nur noch ein Magnetismus der Gewohnheit, der mich immer wieder diesen Film anschauen lässt. Es ist ein wenig so, als würde man sich eine lang laufende Serie anschauen. Auch wenn sie in diesem Falle nur aus einer Folge besteht.

Wechselhaft, mal so, mal so

Largo Winch 2 – Die Burma-Verschwörung
(Largo Winch II, Jérôme Salle, FR/BE/DE, 2011)
www.imdb.com/title/tt1322333

Der erste Largo Winch, den ich zweimal sah bislang, hat mir nicht gefallen; beim ersten Ansehen gar nicht, beim zweiten so lala. Er war mir einfach zu konfus, die Motivationen der handelnden Figuren waren mir zu unklar, zu häufig schien sich die Frage in den Vordergrund drängen zu wollen: »Was soll das eigentlich?«
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Missgünstige Hotelkühlschrankstürme

Michael Moore Hates America
(Michael Wilson, USA, 2004)
www.imdb.com/title/tt0411646

Manufacturing Dissent – Michael Moore auf der Spur
(Rick Caine, Debbie Melnyk, CDN, 2007)
www.imdb.com/title/tt0961117

Michael Moore macht Dokumentarfilme, stochert in Wespennestern herum und hat damit nicht nur Erfolg, sondern macht sich auch Feinde. Mehrere seiner Gegner haben diese beiden Filme gemacht, in denen sie sich mit Moores Filmen auseinandersetzen und anhand von Beispielen und eigenen Interviews Beweise zu erbringen versuchen, dass Moore lügt, mit falschen Behauptungen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und erschlichenen Interviews versucht, Leuten – George W. Bush, Charlton Heston u. v. a. m. – ans Zeug zu flicken, die das ja gar nicht verdient haben.
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Glückliche Gedanken auf der Autobank

Lucky Numbers
(Nora Ephron, USA/FR, 2000)
www.imdb.com/title/tt0219952

Russ Richards (John Travolta), Wetterberichtssprecher im lokalen TV, Unternehmer, wohlhabend, beliebt, hat sich verkalkuliert. Sein Schneemobilgeschäft geht nicht, weil der Winter nicht kommt. Und dann kommt auch noch eine Steuernachforderung des Finanzamtes.
Lisa Kudrow – sensationell zickig, sensationell gut! – ist die Lottofee Crystal, und gemeinsam mit dem Clubbesitzer Gig (Tim Roth) und Crystals Cousin Walter (Michael Moore!) hecken sie einen Plan aus, der eigentlich funktionieren könnte, wenn …
Tja, wenn …
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