Krimistöffchen

Eigentlich ist die Reihe »Action, Thriller, Mystery« nicht ganz der richtige Ort für einen Krimi, auf der anderen Seite … Das mit dem »Thriller« passt schon.
K. K. ist freilich ein Pseudonym. Und in meinem Verlagsprogramm kein Neuling – ein Buch gab es schon: »Wie ein Echo in meinem Kopf«. Auch ein Krimi. Oder Thriller. Egal.
K. K. kam dann irgendwann mit der Idee, drei seiner Krimis in einem Buch zu veröffentlichen. Wie nennt man das noch? Omnibus, oder? Egal. Der eine Roman war sein »Echo«, der zweite der aktuelle »Ausgetrickst« – siehe unten – und der dritte entpuppte sich als überarbeitungsbedürftig. Ergo: Aufgrund der Tatsache, dass das »Echo« gerade erst 2015 erschienen war und der dritte Roman »Die Maske des Bösen« einer Nachbehandlung bedarf, entschieden wir, »Ausgetrickst« als eigenständiges Buch auf den Markt zu bringen.
Und K. K. hatte es eilig. Ständig belagerte ihn die Presse, und er will das Buch für einen Film vorschlagen. Nun ja – die üblichen Freuden eines Verlegers ohne Zeit für alles.

Wie auch immer – jetzt kommt erst mal »Ausgetrickst«.

Details zum Buch: hier.

Unauffällig

Das Manuskript war es. Unauffällig. Der Autor auch. Was beides darstellte, zeigte sich später. Stephan Naumann ist jetzt nicht das, was man als »große Nummer« auf dem Buchmarkt bezeichnen würde, aber sein bisheriges Programm kann sich sehen lassen. Klein, aber fein. Sozusagen.
Für sein Manuskript kann ich das auch gelten lassen. Anfangs schien es mir noch … hm, normal. Unbeeindruckend. Das änderte sich dann bei den Arbeiten an dem Werk, und am Ende … Ich rezensiere die Bücher meines eigenen Verlages nicht – das wäre einfach albern, denke ich –, aber würde ich es tun, würde dieses Buch unter einem schlechten Urteil nicht zu leiden haben. Aber wie gesagt … der Leser muss sich hier selbst ein Urteil bilden.

Und um alle Zweifel zu beseitigen: Freunde fantastischer Literatur kommen hier auch zum Zuge. Es ist kein SF-Roman, es ist ein Thriller mit fantastischem Einschlag. Den Rest, wie gesagt …

Details zum Buch: hier.

Keine Helden auf der Kippe

Auch die Information, dass es dieses Buch gibt, hat ein wenig unter meiner derzeitigen Lebenslage gelitten. Aber natürlich vergammeln Bücher nicht, und so möchte ich das zweite Werk von Kai Beisswenger erwähnen, das in meinem Verlag erschienen ist und erscheint:

Die Geschichte hat durchaus Thrillerelemente – wenn man sich auch keine falschen Hoffnungen machen sollte, dass es sich hier um ein actiongeladenes Werk handle, das als Film in eine Materialschlacht ausarten würde. Vielmehr spielt sich der Thriller nur zu einem Teil in der physischen Realität ab – vielmehr ist es die Spannung der sich entwickelnden Beziehungen zwischen den Protagonisten, die den Text für mich veröffentlichungswürdig machte. Und ich stufe den Text für mich als Thriller ein.

Weitere Details zum Buch: hier.

Mehrfach fantastisch

Andreas Eschbach
TEUFELSGOLD
Bastei Lübbe, Köln, 2016, Hardcover mit Schutzumschlag, 511 Seiten, ISBN 978 3 7857 2568 9

VORBEMERKUNG

Gemeinhin bezeichnet man den Text auf der Rückseite eines Buches, der Auskunft über Inhalt, Pressestimmen und manchmal auch puren Unsinn geben soll, als »Klappentext«, obwohl es sich eher um einen »(Buch-) Rückseitentext« handelt. Einen echten »Klappentext« findet man in der Regel heutzutage in Hardcovers mit Schutzumschlag – so auch in diesem Fall.

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Überleben, auch ohne Training

Alexandra Oliva
SURVIVE. Du bist allein
(One Last, 2016)
Fischer Scherz @ S. Fischer, Frankfurt, 2016, aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, Klappenbroschur, 412 Seiten, ISBN 978 3 651 02473 1

VORBEMERKUNG
Eigentlich wissen die einschlägigen Verlage, die mir Rezensionsexemplare schicken, dass ich SF haben möchte, und ich erhalte aus den guten alten MAGIRA-Zeiten auch immer noch Fantasyliteratur. Bei diesem Buch von Alexandra Oliva ist nicht auszuschließen, dass ich es ausdrücklich angefordert habe, weil mich die Beschreibung lockte. Es ist laut Auszeichnung ein Thriller – mit einem winzigen SF-Element, zugegebenermaßen, das aber das Buch nicht wirklich zu einem SF-Buch macht, denn das SF-Element ist nur Mittel zum Zweck.

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Verramschte Würde

Jens Lubbadeh
UNSTERBLICH
Heyne Verlag, München, 2016, Paperback, 445 Seiten, ISBN 978 3 453 31731 4

VORBEMERKUNG
Ende August 2016 fand in Oldenburg der MediKonOne statt, und aus nicht genau bekannten Gründen hatte sich der Heyne Verlag nicht lumpen lassen und mehrere Hundert Exemplare dieses Buches spendiert, sodass jeder Conbesucher ein Exemplar in der Contüte vorfand. Ich auch.

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Träume sind eine Schizophrenie des Geistes

Thomas Thiemeyer
BABYLON
Knaur Verlag, München, 2016, Paperback, 523 Seiten, ISBN 978 3 426 65363 0

VORBEMERKUNG
Als Kurzgeschichtenfan mache ich um so einen Ziegelstein von Roman normalerweise einen hinreichend großen Bogen. Aus einem wirklich ganz unerfindlichen Grund habe ich jedoch dieses Reziexemplar des Knaur-Verlages auf meinen »akuten« Lesestapel gelegt – und sogar innerhalb recht kurzer Zeit in Angriff genommen.
Das war eine gute Idee. Aus mehreren Gründen: Zum einen ist das Buch für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2017 relevant. Zum anderen … nun, das ergibt sich aus dieser Rezension.

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Ich mach das – ungelesen!

Dirk C. Fleck erlebte ich zuerst in persona auf dem SFCD-JahresCon, auf dem ihm der DSFP für seinen Roman »Das Tahiti-Projekt« verliehen wurde.
Danach hatte ich indirekt mit ihm zu tun, als es darum ging, seinen Roman »GO! – Die Ökodiktatur« (AndroSF 38) – der ebenfalls einen DSFP gewonnen hatte – im Rahmen der DSFP-Neuausgaben wieder aufzulegen.
»Das Tahiti-Projekt« und »Maeva!« (später bei Piper als »Das Südsee-Virus« erschienen) habe ich bis heute noch nicht lesen können. Zeit, Gelegenheit, man kennt das. Aber das war alles kein Argument, nicht zu reagieren, als Dirk C. Fleck sich in seinem Facebook-Profil (oder war’s sein Blog) darüber beschwerte, dass Piper den dritten Teil der Trilogie – »Feuer am Fuß« – ohne Angabe von Gründen nicht veröffentlichen wollte. Er dachte daran, einen eigenen Verlag zu gründen, um das Buch herauszubringen. Und ich mailte ihm kurz und bündig: »Ich mach das – ungelesen!«

So kam ich zu einem neuen Autor. Kurz nach dieser Mail trafen wir uns in Murnau im literarisch nicht unbeleckten »Griesbräu« zu einem Meeting: Dirk C. Fleck als Autor, Kai Mellahn als Marketingmann, Eric Bihl vom Verein Equilibrismus e.V., der Dirks Ideen zugetan ist, und meine Wenigkeit. Und es war ein schönes Treffen, erfüllt von Übereinstimmung miteinander, vielen Ideen, guten Weißwürschten und ebenso guten Weißbieren.
Seitdem bin ich Mitglied eines kleinen Teams, das sich nicht nur um Dirks neuen Titel »Feuer am Fuß«, sondern auch um die Trilogie als Gesamtes kümmert. (So hat der Equilibrismus e.V. die Restbestände der Piper-Taschenbücher »Das Tahiti-Projekt« und »Das Südsee-Virus« aufgekauft, beides je etwa 1500 Exemplare.)

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Babys erstes Baby

In meinem Verlag gibt es ja sogenannte Imprints. Das sternwerk von Sven Klöpping, Haller von Corinna Griesbach. Und auch Die|QR|Edition. Die hat nun die erste Ausschreibung aufgelegt:

Unter dem Titel »QR|codes – Wir. Sind die Zukunft.« präsentiert Die|QR|Edition ihre erste Ausschreibung zu einem Literaturwettbewerb zur Zukunft der digitalen Gesellschaft und der Intervention der Spezies »i:Code«. Innovation, Provokation, Vision, Spannung – und die praktische Definition des Begriffs der »Literatur 4.0« sind das Ziel. – Alle wichtigen Details finden sich hier.

(Die einzelnen QR|codes in der obigen Abbildung können mit der gratis verfügbaren App i-nigma problemlos gelesen werden. Probieren Sie es mal aus …).

Wachsende Komplexität

Phil Rickman
DIE NACHT DER JÄGERIN
(The Prayer of the Night Shepherd, 2004)
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 2011, a. d. Engl.: Karolina Fell, Taschenbuch, 603 Seiten, ISBN 978 3 499 25335 5

VORBEMERKUNG
Manchmal denke ich, dass die Watkins-Romane von Mal zu Mal komplexer werden. Und gerne ziele ich ja immer darauf ab, wie sehr die Bücher an Filme erinnern. Aus der »Nacht der Jägerin« hätte man locker einen Dreiteiler drehen können …

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