Da gibt es doch noch mehr Wert :)

Vor knapp einem Jahr ist »Der Kristallplanet« erschienen, das zweibändige Werk mit »autobiografischen Texten und Science-Fiction-Werken« des Altmeisters Herbert W. Franke, darunter auch bislang nicht veröffentlichtes Material. Das Buch ist bekannt (siehe hier), wenn auch die meisten Franke-Fans offensichtlich noch nicht ganz verstanden haben, was das Buch darstellt. Als Band 29 der Werkausgabe gehört es eigentlich schon zu den Werken, die unsere Herausgeber Ulrich Blode und Hans Esselborn am Ende der literarischen Veröffentlichungen eingeplant hatten. Nun, Herbert W. Frankes 90ster Geburtstag vor einem Jahr war eine günstige Gelegenheit, also – why not?

Ende 2017 erschien nun im Schillinger Verlag zu Freiburg im Breisgau eine CD. Sie trägt den Titel »Astropoeticon« – was viele Franke-Fans aufhorchen lassen wird. Denn das war auch der Titel des Ende der 70er Jahre erschienenen Buches mit Gedichten von Herbert W. Franke und dazu geschaffenen Bildern von Andreas Nottebohm. Das Buch ist heute nur noch unter Schwierigkeiten antiquarisch zu bekommen.
Auf der CD hat Herbert W. Franke seine Gedichte selbst eingesprochen und Jörg Ernst Weigand hat sie mit Musik unterlegt und gleich noch ein eigenständiges Werk ohne Sprechstimme hinzugefügt.

Der Trick: Im »Kristallplanet«, dem Buch, finden sich die frankeschen Gedichte zusammen mit den nottebohmschen Bilder aus dem 70er-Jahre-Buch neu veröffentlicht; und auf der CD kann man den Autor seine Gedichte lesen hören, unterlegt von einer überraschend atmosphärisch-stimmigen Musik eines Autodidakten auf diesem Gebiet, den wir alle von ganz anderen Aktivitäten in Sachen Science-Fiction bestens kennen: Jörg Ernst Weigand.
Ich war der Ansicht, dass beide Werke gut zueinander passen würden. Jörg Weigand war der gleichen Ansicht, und auch der Schillinger Verlag hat mitgemacht. Und daher:

Beide Werke – also den zweibändigen »Kristallplanet« plus die CD – gibt es ab sofort im »Bundle« zu kaufen: Bei Amazon mit den im Marketplace leider üblichen 3 Euro Aufschlag, direkt beim Verlag oder auch beim findigen Buchhändler, der mehr kennt, als die Datenbank seines Großhändlers. Die Bundles erscheinen mit eigenen ISBN. Diese ISBN und weitere Details zu diesem Bundle finden sich beim Buch: hier.

Erfolgswiederholungsversuch

»Verlassene Orte« war das Thema der siebten Ausgabe der Literaturzeitschrift HALLER – damals im Dezember 2012 noch mit meinem Layout, aber mit Corinna Griesbach als Verlegerin. Zu diesem Band wurden seinerzeit so viele qualitativ hochwerte Storys eingereicht, dass wir zusätzlich ein Taschenbuch veröffentlichten, das unter dem Titel »Verlassene Orte. Ein HALLER-Taschenbuch« bei p.machinery erschien. Es war eines der letzten Bücher, die ich mit Books on Demand in Norderstedt machte, und es entpuppte sich am Ende durchaus als Erfolg. Auch wenn 227 Exemplare nicht viel erscheinen – für ein solches Buch, das quasi nebenbei entstanden ist, ist das durchaus zufriedenstellend.

Sebastian Schwarz lieferte seinerzeit Titelbild und Innenillustrationen – Fotos seiner bevorzugten Motive, der »Verlassenen Orte«. Und er hat damit ja nicht aufgehört – und letztlich kam Corinna Griesbach, die frühere Verlegerin und heutige Herausgeberin des HALLER, die Herausgeberin des ersten Buches, auf die Idee, der Idee eines solchen Buches eine Neuauflage zu gewähren – wobei nicht das alte Buch neu aufgelegt wird, sondern ein neues Buch entstehen soll.

Die Ausschreibung hierzu findet sich hier. Und das Buch selbst wird nicht als Taschenbuch erscheinen, sondern als querformatiges Hardcover in großem Format mit ganzseitigen Farbfotos des Bildkünstlers Sebastian Schwarz. Und natürlich den Texten.

Wenn das neue Buch, das den Titel »Verlassene Orte. Das zweite HALLER-Taschenbuch« tragen wird, ein ähnlicher Erfolg wie das erste Buch zu diesem Thema werden wird, dann wird das rundherum eine schöne Sache.

Wenn Bits und Bytes auf dem Papier landen

In modernen Zeiten ist so ein Projekt wie GEGEN UNENDLICH nicht mehr außergewöhnlich. Drei Leute – Michael Awe, Andreas Fieberg und Joachim Pack – überlegen sich, eine Storysammlung machen zu wollen – als E-Book-Reihe. Möglicherweise ist ihnen irgendwann aufgefallen, dass ihnen doch ein wenig die Haptik an ihrem Werk fehlt – vielleicht waren die Monitore von zahlreichen Betatschungsversuchen auch längst so zugeschmiert, dass eh nichts mehr zu erkennen war. Und die Haptik von verschmierten Fingerabdrücken in millimeterdicken Schichten ist ganz sicher nicht sehr befriedigend.

Jedenfalls erschien im Januar 2017 eine Sammlung unter dem neutralen Titel »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten« – ja, mit einem ganz gegen meine Gewohnheiten auf dem Titel zu findenden »Ph«; dafür habe ich ihnen im Inneren alle »Ph« plattgemacht (oder besser: plattgemafft?) – als AndroSF 56 in meinem Verlag p.machinery.
Das Ganze ging natürlich nicht reibungslos über die Bühne. Andreas Fieberg insbesondere ist ein Altrechtschreibler – wie ich (ich hab’s mir nur abgewöhnt) – und mindestens ein so großer Pedant wie ich. Aber wir haben uns nicht nur gefunden, sondern auch geeinigt – und die beständige Diskussion über rechtschreiblerische Feinheiten birgt auch ein immenses Bildungspotenzial in sich. Soll heißen: Wer sich mit seiner Sprache nicht beschäftigt und sie bei jeder Gelegenheit auch infrage stellt, wenn es sich anbietet, der spricht am Ende kein Deutsch mehr, sondern generiert so einen fäkalen Schwachsinn wie »I bims« (und wird dann noch von mental längst durchweichten Jurymitgliedern mit einem »Jugendwort des Jahres« belohnt).
Wie auch immer: Bei den Arbeiten an dieser Anthologie, die als eine Art »Best of« für die ersten zehn E-Book-Ausgaben gedacht war – und mit brillantem Material auftrumpfen konnte –, hatte ich letztlich viel Spaß. Und ganz offensichtlich hat die Sache auch den Herausgebern Spaß gemacht, denn später wurden wir uns dann hinsichtlich einer Printausgabe ihrer E-Book-Anthologien einig.

Die ersten beiden Bände, die Nummern 11 und 12, erscheinen dieser Tage. Es hat alles ein wenig gedauert. Hier arbeiten vier Leute miteinander, die eben auch noch ein paar andere Dinge zu erledigen haben. Und so eine Zusammenarbeit muss sich natürlich auch erst einspielen. Aber wie auch immer – die ersten zwei Bände sind in der Kömme. Details zu Band 11 lest ihr hier, zu Band 12 hier. Und im Folgenden könnt ihr euch die Titelbilder anschauen. Für mich, der ich als Korrektor, Layoutbauer und Verleger gezwungen bin, meine Bücher zu lesen, war die Lektüre angenehm, entspannend und anregend. Klar, ich bin parteiisch, werdet ihr sagen. Aber das ändert an meinem Lesevergnügen auch im Nachhinein nichts.

Langsame Überraschung

In den ersten Januartagen 2014 unterschrieb Herbert W. Franke den Vertrag für die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke«, die in meinem Verlag p.machinery erscheinen sollte und erscheint. Damals ging es ausschließlich um Printwerke, und es war von vornherein klar, dass ich jedes der Bücher als Paperback und als Hardcover in einem etwas ausgefalleneren Format (127 x 216 mm statt meiner üblichen 127 x 203 mm) herausbringen würde. Mit der Agentur AVA International wurde schon im Vorfeld eine Option auf spätere Veröffentlichung der E-Books besprochen, wenn die Vertragsvereinbarung mit Heyne ausgelaufen sei.

Später stellte sich dann heraus, dass Heyne, die sich die Veröffentlichung der Franke-Werke als E-Books gesichert hatten, nicht alle seiner SF-Werke veröffentlichen wollten. Und so fehlen heute – nebst zwei Romanen, die man in München wohl auch nicht interessant fand – die Kurzgeschichtensammlungen im Portfolio von Heyne.
Es gab keinen Grund zur Eile, und so dauerte es eine Weile, bis mit Herbert W. Franke geklärt wurde, ob er mit der Veröffentlichung der nicht bei Heyne verlegten Werke im Verlag p.machinery einverstanden sei. Natürlich war er einverstanden.
Und es dauerte noch eine Weile, bis ich dann verlegerisch zur Tat schritt. Und in diesen Tagen wurden die ersten beiden E-Books der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« veröffentlicht: die Sammlung »Der grüne Komet« und die Sammlung »Einsteins Erben«. Und wie angedeutet – es werden weitere folgen.

Besondere Freude

Es ist durchaus so, dass die Bücher, die ich in meinem Verlag p.machinery veröffentliche, unter anderen ein Kriterium erfüllen müssen, das mir wichtig ist: Die Geschichten müssen mir gefallen. Und in aller Regel ist das auch durchgehend der Fall.
Bemerkenswert für mich sind die Geschichten, die mich dann besonders packen. Wolf Wellings aktueller Roman »Die Wächterin« ist so ein Werk. Die Geschichte um eine Wächterin auf einem ansonsten unbewohnten Planeten, auf dem sich ansonsten auch nichts zu ereignen scheint, ist ausgesprochen spannend. Mit Rückblicken in die Vergangenheit der Protagonistin, zustande kommend durch das Schreiben einer Art Tagebuch im Dialog mit einem »Inner-Ich«, schafft Welling eine Stimmung, in der Fragen nie wirklich beantwortet zu werden scheinen. Und selbst wenn am Ende eigentlich alles klar scheint, bleibt doch noch eine Frage offen.

Ich bin Mitglied im Komitee des Deutschen Science-Fiction-Preises (DSFP) und natürlich bin ich als Verleger parteiisch, aber ich vermute, dass dieses Buch Chancen wenigstens auf eine Nominierung für den DSFP 2019 (Jahrgang 2018) haben könnte. Man wird sehen.

Lange Geschichte

Die Story von STORY CENTER als Anthologienreihe möchte ich nicht erneut erzählen, sie ist bekannt: Angefangen im SFCD, übernommen von meinem Verlag p.machinery, und dann gab es eine lange Pause.
Derzeit erscheint die Reihe eher sporadisch, definitiv ohne Jahreszahl – die früher üblich war – und auch nicht in der Reihenfolge, die durch die verschiedenen Ausschreibungen geplant war.
Aber sicher ist: STORY CENTER ist nicht tot, es geht weiter.

So aktuell mit dem Titel »Spliff 85555: EBERSBERG«. Und mit einem neuen Herausgeber – Gerhard Schneider.
Wie wir auf die Zusammenarbeit gekommen sind, weiß ich nicht mehr. Es ging vermutlich um meinen chronischen Zeitmangel, um eben Anthologien, zu denen er unter seinem Autorenpseudonym Gard Spirlin Texte eingereicht hatte, und irgendwann bot er wohl an, an den Vorarbeiten mitzuwirken.
Gesagt, getan. Die Geschichten zu der durch die Musik der Band Spliff und ihrem Album »85555« inspirierten Anthologie schickte ich ihm, er sah sie durch, lektorierte und korrigierte sie und stelle das Werk zusammen. Wir hatten immer Kontakt in der Sache, aber ich habe ihm alle Freiheiten gelassen, von denen ich glaubte, er müsse sie haben.
Und ich wurde nicht enttäuscht:

Weitere Details zum Buch: hier.

Natürlich gab es auch ein paar Häkchen und Öschen :) Zwei Autoren hatten dann offensichtlich keine Lust mehr, als es darum ging, sich doch noch einmal intensivere Gedanken über ihre Geschichten zu machen. Und wir – Gerhard und ich – vergaßen schlicht, dass es sinnvoll sein könnte, diejenigen Autoren, deren Werke in der Anthologie erscheinen sollten, vorab über diesen Tatbestand zu informieren. So gab es dann einige überraschte Reaktionen, als ich vor einigen Tagen verkünden konnte, dass die Anthologie fertig sei.

Und nun ist sie es auch. Gestern habe ich den Andruck kontrolliert und die Druckfreigabe erteilt.

Das Titelbild und die – mit einer Ausnahme – doppelseitigen Farbillustrationen im Innenteil stammen von Uli Bendick.

Franke & Weigand: ASTROPOETICON mit Musik

Dass ich in meinem Verlag p.machinery die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« verlege, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.
Und Frankes Werke der Vergangenheit dürften den SF-Fans auch heutiger Tage wohl bekannt sein.
Zu diesen Werken gehörte indirekt auch »Astropoeticon«, eine »Hommage an Pink Floyd«, die Bilder von Andreas Nottebohm gemeinsam mit Gedichten von Herbert W. Franke präsentierte. Das Buch, das wohl 1979 erschienen ist, ist längst nur noch antiquarisch zu bekommen – je nach Zustand zu deutlich von Sammlern am ehesten goutierten Preisen.

Dieser Tage erschien nun im Freiburger Schillinger Verlag eine CD von Herbert W. Franke und Jörg E. Weigand unter dem Namen »ASTROPOETICON – SF-Gedichte & Weltraummusik«. In einem knapp 20 Minuten langen Track mit weigandscher »Weltraummusik« hat Herbert W. Franke seine Gedichte gesprochen. Quasi als Bonus gibt es noch einen knapp 10minütigen Track mit der Musik ohne gesprochenes Wort.

Die ganzen Details zur CD – wie auch ein Hinweis auf das passende Buch der »SF-Werkausgabe«, nämlich den »Kristallplanet«, in dem die Bilder von Andreas Nottebohm und die Frankeschen Gedichte neu aufgelegt wurden – findet der geneigte Interessent: hier.

Im Übrigen hege ich Überlegungen, das Buch und die CD gemeinsam als Paket anzubieten. Verhandlungen mit Schillinger sind bereits angeleiert.

Und dann war da noch …

… die Ausgabe 260 der ANDROMEDA NACHRICHTEN, die ich »zwischen den Jahren« gemacht habe:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 260
SFCD e.V., Murnau, Januar 2018, 100 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Conventions
Fantasy
Science Fiction
Zwielicht
Cinema
E:Games
Perry Rhodan
Science
FanzineKurier
Reissswolf
StoryFiles

Das Titelbild stammt von Alexander Preuss.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download:
http://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an260open.zip