Unauffällig

Das Manuskript war es. Unauffällig. Der Autor auch. Was beides darstellte, zeigte sich später. Stephan Naumann ist jetzt nicht das, was man als »große Nummer« auf dem Buchmarkt bezeichnen würde, aber sein bisheriges Programm kann sich sehen lassen. Klein, aber fein. Sozusagen.
Für sein Manuskript kann ich das auch gelten lassen. Anfangs schien es mir noch … hm, normal. Unbeeindruckend. Das änderte sich dann bei den Arbeiten an dem Werk, und am Ende … Ich rezensiere die Bücher meines eigenen Verlages nicht – das wäre einfach albern, denke ich –, aber würde ich es tun, würde dieses Buch unter einem schlechten Urteil nicht zu leiden haben. Aber wie gesagt … der Leser muss sich hier selbst ein Urteil bilden.

Und um alle Zweifel zu beseitigen: Freunde fantastischer Literatur kommen hier auch zum Zuge. Es ist kein SF-Roman, es ist ein Thriller mit fantastischem Einschlag. Den Rest, wie gesagt …

Details zum Buch: hier.

Wenn dein Verlag wahrgenommen wird

Nun, mein Verlag p.machinery ist inzwischen 13, fast 14 Jahre alt. Dass er längst wahrgenommen wird, steht völlig außer Zweifel. Trotzdem gibt es manchmal überraschende Entwicklungen, die ich so nicht wirklich erwartet hätte.

Thomas Franke ist ein toller Künstler, der die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke mit seinen Titelbildern ziert und auch sonst für viel Freude in meiner Arbeit sorgt. Die Herausgeber von »Gegen unendlich« haben sich vor Kurzem erst entschieden, mit mir die Printausgabe ihrer Anthologie machen zu wollen. Und Ellen Norten ist nicht nur wegen ihrer Sachwaltung des Hubert Katzmarzschen Erbes zu einem lieben und für meinen Verlag produktiven Kontakt geworden.

Im August 2017 nun findet gemeinsam mit der Buchhandlung Böttger in Bonn eine Reihe von Veranstaltungen statt, in denen Bücher meines Verlages eine nicht unbedeutende Rolle spielen:

Als PDFs zum Download: Aushang | Plakat | Flyer.

Dass mich das erfreut, steht völlig außer Frage.

No ambition, but rubbish*

Was sich mit dem schon vor rund drei Jahren verlegten Titel »PragMagisch. Geschichten aus der Goldenen Stadt« (Außer der Reihe 6) kürzlich getan hat, wurde auf der Verlagsseite beschrieben: hier.

Ich darf hier höchst erfreut über den neuesten Schachzug unserer amerikanischen Publishingweltpolizei CreateSpace, dem PoD-Geschwü… äh … PoD-Ableger von Amazon berichten.
Continue reading

Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

Continue reading

Babys erstes Baby

In meinem Verlag gibt es ja sogenannte Imprints. Das sternwerk von Sven Klöpping, Haller von Corinna Griesbach. Und auch Die|QR|Edition. Die hat nun die erste Ausschreibung aufgelegt:

Unter dem Titel »QR|codes – Wir. Sind die Zukunft.« präsentiert Die|QR|Edition ihre erste Ausschreibung zu einem Literaturwettbewerb zur Zukunft der digitalen Gesellschaft und der Intervention der Spezies »i:Code«. Innovation, Provokation, Vision, Spannung – und die praktische Definition des Begriffs der »Literatur 4.0« sind das Ziel. – Alle wichtigen Details finden sich hier.

(Die einzelnen QR|codes in der obigen Abbildung können mit der gratis verfügbaren App i-nigma problemlos gelesen werden. Probieren Sie es mal aus …).

Wachsende Komplexität

Phil Rickman
DIE NACHT DER JÄGERIN
(The Prayer of the Night Shepherd, 2004)
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 2011, a. d. Engl.: Karolina Fell, Taschenbuch, 603 Seiten, ISBN 978 3 499 25335 5

VORBEMERKUNG
Manchmal denke ich, dass die Watkins-Romane von Mal zu Mal komplexer werden. Und gerne ziele ich ja immer darauf ab, wie sehr die Bücher an Filme erinnern. Aus der »Nacht der Jägerin« hätte man locker einen Dreiteiler drehen können …

Continue reading

Was lange währt

Anfang November 2012 bekam ich von Stefan Cernohuby die Mail übermittelt, in der der Wortkuss-Verlag seinerzeit den Autoren einen – im Übrigen recht zweifelhaften »Autorenvertrag« – zusandte. Gleichzeitig gab es eine Mail von Simone Edelberg und Inga Westermann mit Details zu der unter dem Titel »Fundstücke des Grauens« geplanten Anthologie, die in der geplanten Form nie erscheinen sollte – schon im Wortkuss-Verlag nicht mehr. Weshalb ich die Gelegenheit bekam und ergriff, diese Anthologie zu übernehmen.
Klar war, dass die Edelberg als Herausgeberin nicht zur Verfügung stehen würde. Auch die Westermann entschwand bald darauf – aufgrund einer möglicherweise überflüssigen Entscheidung, einen E-Mail-Autoresponder zu persönlich zu nehmen. Nun gut.
Die Anthologie war als Geschichtenweber-Projekt angelegt, und insofern standen die Chancen gut, trotz weggefallener Grundlage, trotz entfallender Beiträge (neben der Westermann stiegen noch einige andere Autoren aus) und trotz einiger offener Fragen, die Anthologie doch noch herauszubringen.

Aber es dauerte. Umfangreich wurde vor allem über den Titel diskutiert, denn das ursprüngliche Konzept – Storys nach Bildern von »Fundstücken« zu verfassen – gefiel nicht mehr, und der Titel sollte sowieso nicht übernommen werden. Auch ein neuer Herausgeber musste gefunden werden – der mit Stefan Cernohuby allerdings schnell an Land angekommen war.
Am Ende entschied sich der Titel im Rahmen einiger E-Mails zwischen Stefan und mir. Wobei der Untertitel »Kann Spuren von Grauen enthalten« schon länger feststand, nur das »Fundbüro« musste noch ein anderes Attribut erhalten (das ursprüngliche »Fundbüro der Dunkelheit« war Stefan – und mir – nicht »finster« genug).

Am Ende wurde dann doch alles gut J Stefan fragte, wie schon bei der »Windjäger«-Anthologie erwähnt, im Frühjahr 2015 nach dem Stand der Veröffentlichungen noch offener Geschichtenweber-Anthologien, und die terminliche Lage war günstig.

Mit dem Titelbild habe ich für den Verlag p.machinery einen neuen Grafiker an Land gezogen: Andreas Schwietzke. Der kommt aus der SF-Ecke, denke ich – aber seine Themen sind durchaus umfangreicher, wie man auch an dem Titelbild zu »Fundbüro der Finsternis« erkennen kann.

Details zum Buch: hier.

Das Kopfecho vom K. K.

Was ich mit K. K. als Autor anfangen soll, weiß ich nicht wirklich. Der Mann lebt in der Schweiz und ist offensichtlich ein Multitalent. Aber er ist – komisch? geheimnisvoll? seltsam? Keine Ahnung. Er ist vor allem überraschend unkompliziert. Obwohl er während der Produktion des Buches immer wieder – und nicht wenige – eigene Ideen einbrachte, hat er sich nie wirklich darüber beschwert, dass ich sehr viele seiner Ideen nicht realisieren wollte, weil sie der »Corporate Identity« der Bücher von p.machinery widersprachen, weil sie mir subjektiv nicht gefielen, warum auch immer. Er war bei diesem ersten Buch – ich fürchte (und hoffe!), es folgen weitere – immer konstruktiv, innovativ, er war durchaus fleißig, was die Beteiligung an der Fertigstellung des Buches anging, er war –
Keine Ahnung. Ich kenne den Namen hinter »K. K.« – und werde ihn natürlich nicht verraten, das ist so in meinem Verlag. Er ist auch nach dem Kontakt im Rahmen der Produktion dieses Buches immer noch geheimnisvoll. Ich finde das okay. Ich kann als Korrektor, Lektor, Druckvorlagenmacker und Verlegerlein auch mal meinen kleinen Thrill gebrauchen. Der steht mir zu.
Das Buch selbst ist vorrangig ein Thriller. Ein Krimi. Und es gibt ein kleines fantastisches Element, das aber für eine Berücksichtigung im Bereich der klassischen fantastischen Literatur kaum ausreichen wird. Mir war das egal. Nachdem ich das Schweizerdeutsch des Autors korrigiert hatte – wir 0815-Deutschen wissen vermutlich meist gar nicht wirklich, wie anders die Schweizer das Deutsche verwenden –, hatte ich ein Buch, das mir gefiel. Und deshalb:

K. K.
WIE EIN ECHO IN MEINEM KOPF
Action, Thriller, Mystery 6
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 124 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 031 3 – EUR 6,90 (DE)

Der Bruder vom Beisswenger

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich an Kai Beisswenger und seinen Roman geraten bin. Man bekommt so viele E-Mails, hat so viele Facebook-Kontakte … irgendwann spielt es einfach keine Rolle mehr.
Kai hat mir seinen Roman angeboten, aus irgendeinem Grund habe ich ihn abgespeichert und gesagt: »Schaue ich mir an«. Das ist so eine Aussage, in der auch ein »…, dauert aber« enthalten ist. Und so war es auch.
Als ich das Buch dann las, war ich in mehrerlei Hinsicht überrascht. Das Ganze ist durchaus eine SF-lastige Geschichte, es geht um Paralleluniversen, um das Leben von Menschen des einen Universums in einem anderen, eigentlich also eine uralte Kamelle, die so oder so oder anders von vielen SF-Autoren schon beschrieben wurde.
Kais Werk fällt insofern ein wenig anders aus, als dass sich viel Lokalkolorit findet. Sehr unterschiedlicher Lokalkolorit. Menschen, die in Frankfurt geboren sind, dort leben, sich dort wohlfühlen, kommen ebenso auf ihre Kosten, wie ich als gebürtiger Düsseldorfer (Kai lebt in der Nähe von Düsseldorf und arbeitet in dieser mondänsten Stadt Deutschlands). Fußballfans kann dieses Buch wärmstens empfohlen werden, vor allem solchen, die sich historisch bewandert fühlen, was deutschen Fußball angeht – obwohl das Buch alles ist, nur kein Fußballbuch.
Die Geschichte selbst ist sehr schräg. Sie würde sich für eine Verfilmung eignen. Irgendwann fielen mir Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu – die ja schon das eine oder andere Mal zusammen gefilmt haben – als mögliche Topbesetzung für eine Verfilmung ein, und bis zuletzt ist mir der Gedanke nicht aus dem Kopf gegangen (sic!).
»Der verlorene Bruder« heißt als E-Book »Nichts ist besser als das Leben«, ein Titel, der mir nicht passend schien. Kai war mit einer Änderung einverstanden, und auf der Verlagsbuchseite wird auf das E-Book und dessen Titel hingewiesen.

Kai Beisswenger
DER VERLORENE BRUDER
Action, Thriller, Mystery 5
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 140 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 030 6 – EUR 7,90 (DE)