Ich bin nicht gern gemein

Nein, das bin ich wirklich nicht. Aber ich kann auch nichts dafür, dass Dirk C. Fleck, einer meiner Autoren bei p.machinery, sich ein Buch gewünscht hat, als ein besonderes Stück zum Verschenken, ganz nach seinem Gusto. Es sollte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein – man kann sich darüber streiten, ob ein Autor wie Dirk C. Fleck nicht eine autobiografische und wirklich sehr persönliche Geschichte auch öffentlich machen darf, aber er wollte es halt nicht. Und für mich war das okay.

Eigentlich wollte er das Werk mit einem simplen Layout bei einem englischen PoD-Anbieter herausbringen, aber das konnte ich natürlich nicht akzeptieren. Es hat ein Weilchen gedauert – wie alle meine Bücher ein Weilchen dauern –, aber in diesen Tagen erscheint es nun: »Alles auf Rot«, eine sehr persönliche, sehr autobiografische Geschichte, die mir so gut gefallen hat, dass ich daraus den zwanzigsten Band meiner p.machinery-Reihe »Außer der Reihe« gemacht habe, obwohl es das Buch nicht zu kaufen geben wird. Aber das ist mir auch gleichgültig.

Dass ich das Buch für Dirk gemacht habe, hat sehr viel damit zu tun, dass ich den Menschen Dirk C. Fleck als Menschen schätze, als Autor, dass ich sein Werk mit Hochachtung betrachte, dass ich inzwischen auch ein klein wenig allergisch auf die Menschen reagiere, die meinen, Dirk für seine Ansichten und Einstellungen, für seine Fokussierung auf weltweite Ökologie, auf Themen zu den Dingen, die wir mit unserer Welt anstellen, und damit auf Themen zu unserer weltweiten Dummheit, verurteilen zu müssen, die ihn abkanzeln, herabwürdigen und die sich ihm gegenüber in einer Art und Weise benehmen, die einfach nicht akzeptabel ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Es war mir ganz persönlich eine ganz besondere Freude, einem ganz besonderen Autor ein ganz besonders Geschenk zu machen. Und das ist »Alles auf Rot«. Und Dirk hat sich schon mit diesem Buch bei mir revanchiert – es ist eines seiner besten Werke, die ich kenne. Eben, weil es so ist, wie er ist.

Details zum Buch: hier.

Kein Schwimmbad nach Athen tragen

Also, an dieser Stelle noch viele Worte über den HALLER zu verlieren, würde bedeuten, den Eulen für Athen Dinge abzuverlangen, die sie nun wirklich nicht mehr mitmachen wollen. Aktuell jedoch erscheint die Ausgabe 14 mit dem Titel »Schwimmbad 1967«, eine Sammlung von durchaus auch autobiografischen Schwimmbaderinnerungen aus früheren Zeiten.

Wer mehr wissen mag, schaue hier.

Der eigentlich für’s Frühjahr 2017 vorgesehene Band erscheint leider mit ein wenig Verspätung. In der Ausgabe 15 – Ausschreibung siehe hier – werde ich das wieder aufholen. Versprochen.

Keine Helden auf der Kippe

Auch die Information, dass es dieses Buch gibt, hat ein wenig unter meiner derzeitigen Lebenslage gelitten. Aber natürlich vergammeln Bücher nicht, und so möchte ich das zweite Werk von Kai Beisswenger erwähnen, das in meinem Verlag erschienen ist und erscheint:

Die Geschichte hat durchaus Thrillerelemente – wenn man sich auch keine falschen Hoffnungen machen sollte, dass es sich hier um ein actiongeladenes Werk handle, das als Film in eine Materialschlacht ausarten würde. Vielmehr spielt sich der Thriller nur zu einem Teil in der physischen Realität ab – vielmehr ist es die Spannung der sich entwickelnden Beziehungen zwischen den Protagonisten, die den Text für mich veröffentlichungswürdig machte. Und ich stufe den Text für mich als Thriller ein.

Weitere Details zum Buch: hier.

Berichtspunk, Punkberichte

Klaus N. Frick
FÜR IMMER PUNK?
Eine Kurzgeschichten-Sammlung
Hirnkost, Berlin, 2016, Hardcover, 318 Seiten, ISBN 978 3 945398 44 9

VORBEMERKUNG
Klaus Frick kenne ich lange. Ich denke, wir kommen locker auf dreißig Jahre. Andererseits: Kennt man jemanden wirklich, nur weil man ihn vor dreißig Jahren kennengelernt hat? Ich glaube nicht, und bei der Lektüre dieser Kurzgeschichtensammlung (ich schreibe sie in einem Wort) habe ich mich mehr als einmal gefragt, ob Klaus und ich, ob wir uns wirklich kennen.

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Ein kleines Jubiläum

In der Tat ist es das, denn der HALLER 13, der in diesen Tagen erscheinen wird, ist der zehnte HALLER, den ich für und mit Corinna Griesbach, der Herausgeberin der Monschauer Literaturzeitschrift, gemacht habe. Vielleicht gönne ich mir dazu demnächst ein Gläschen alkoholfreien Sektes, wenn der Supermarkt meines Vertrauens mir mal eine Flasche aufhebt …

Corinna Griesbach (Hrsg.)
SCHULD
HALLER 13
HALLER @ p.machinery, Murnau, Oktober 2016, 84 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 073 3 – EUR 7,90 (DE)
E-Book-ISBN 978 3 7396 7829 0 – EUR 3,99 (DE)

Das ist doch nicht meine Schuld – oder doch? Wir werden schuldig, machen Schulden, gehen an unserer Schuld zugrunde, sühnen, bekommen Schulden erlassen, haben Mitschuld oder sind doch unschuldig – an allem?
Deine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld: Das ist das Thema, dem sich acht Autoren gewidmet haben. Surreale, reale, ernste, verzweifelte und manchmal melancholische Geschichten.

Der Inhalt:
Vorwort
Michael Wenzel: Der schlimmste Mensch im Dorf
Maiken Brathe: Dachgedacht
Friedrich Bastian: Stiefel vor der Tür
Anke Küpper: Mit Gepäck
Christian Lange-Hausstein: Kein Loch in der Wand
blume: Hands of Fate
Marlene Schulz: Vom Acker
Kerstin Brichzin: Der Weg
Harald Egerland: »Lange Schatten aus dunklen Zeiten« – Zwei Variationen desselben Themas. Rezension.
Vitae

Illustrationen von Cornelia Arbaoui, blume (Michael Johann Bauer), Manfred A. Kugler, Ruben Brüstle, Sonar Reichert, Tatjana Frey, Wilfriede Weise-Ney.

Keine SF, kein Preis

Jan Uhlemann
HOMO VITRUS
GD Publishing, Berlin / XinXii, 2015, E-Book, ISBN 978 3 95830 918 0

VORBEMERKUNG
Es handelt sich offensichtlich um ein Selfpublishing-Werk; nicht nur die Adresse des Autors ist im Impressum genannt, auch die Rechte liegen allein bei ihm, glaubt man dem Impressum.
Gelesen habe ich das Buch im Rahmen meiner Komiteearbeit für den DSFP 2016.

 

Welches Titelbild das wahre Titelbild des E-Books war und ist, ist unklar. Bei Amazon wird das rechte Titelbild angezeigt; mein E-Book trägt jedoch das linke. Beide Titelbilder sind gleichermaßen nichtssagend und unbedeutend, wobei die Amazon-Version immerhin noch ein Stilelement aufweist, das sich im Buch wiederfindet (das erblindete Auge).

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Wer glaubt schon dem Verleger?

Ich bin der Verleger dieses Buches. Es ist Peter Kiefers drittes Buch, das in meinem Verlag erscheint.
Das erste Buch waren Reiseerlebnisse von einem Weltreisenden. Peter Kiefer war immer viel unterwegs und ist es noch. Sein »Treibgut« erzählte »Vom Verreisen«. Ein schönes Buch mit zahlreichen Fotos. Leider kein Renner, aber das geht der ganzen »ErlebnisWelten«-Reihe so.
Das zweite Buch war ein Thriller. Auch wenn sich die Zahl der Leichen in ganz engen Grenzen hält und auch die Schilderung der Gewalt modernen Thrillern in Buch und Film nicht folgen kann, ist es ein Thriller. »Kleines Kino« ist zudem auch noch eine latent fantastische Geschichte.

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Am Anfang einer Werkausgabe

Dort steht meist ein Buch. Von einem Autor. Der heißt in diesem Fall Heinrich Stricker – Spitzname »Tiny«.

Ich habe Heinrich erst spät persönlich kennengelernt. Das war, glaube ich, anlässlich der Veröffentlichung seines Buches »Vom Gehen in griechischen Städten«, des Bandes 2 der Reihe »ErlebnisWelten – Welten erleben«, die möglicherweise auch durch dieses Buch überhaupt zustande gekommen ist. (Band 1 war die Weltreiseschilderung »Bei Regen und bei Sonnenschein« von Bernd Robker; als das Buch erschien, war mir noch gar nicht richtig klar, dass ich Verleger sein würde.) »Vom Gehen …« ist augenblicklich nur antiquarisch zu bekommen, aber das heißt ja nichts.

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Mit Ulbricht wär’s besser gelaufen?

Dietmar Dath
Deutsche Demokratische Rechnung
Eine Liebeserzählung
Eulenspiegel-Verlag, Berlin, 2015, Hardcover mit Schutzumschlag (incl. pro-strickerscher Fadenbindung), 239 Seiten, ISBN 978 3 359 02471 2

VORBEMERKUNG
Das Buch war mir als Science-Fiction »verkauft« worden. Es ist aber keine Science-Fiction. Dem »Verkäufer« ist das nicht übel zu nehmen. Dazu später noch ein Wort.

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Rübermachen

Zaubi M. Saubert ist der Lebensgefährte von Ellen Norten – glaube ich jedenfalls. Ich bin mir im Augenblick nicht sicher, ob die beiden nicht miteinander verheiratet sind.
Aber das ist auch unwichtig.

Michael Saubert, wie er bürgerlich heißt, war ursprünglich mit einem anderen Buch zuerst eingeplant, aber dann ergab es sich, dass seine Erinnerungen mit dem Titel »Go East« höhere Priorität genießen sollten. (Das andere Buch, das im Grunde ein Spin-off zu »Go East« sein könnte, eine Art Vertiefung, wird es in meinem Verlag auch noch geben.)

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