Erschütternd: Fast verpennt

Ja, es ist erschütternd. Nach einem Jahr – offensichtlich – komme ich dazu, alte Angelegenheiten aufzuarbeiten, liegengebliebene Unterlagen anzuschauen und die Dinge, die dahinter stehen, zu erledigen. Nach einem Jahr …

Eines der Opfer der für dieses Fiasko verantwortlichen Lebenslage ist Gerd Scherms »Schamanenkind«, eine Neuausgabe eines auf jugendliche Interessenten am Thema des Schamanismus gemünzten Werkes, das schon in den 2000ern erschienen war und nun eben wieder neu aufgelegt wurde. Vor einem Jahr.
Und während ich noch nach dem Hochofen suche, dessen Aschemenge ausreichen würde, angemessen auf mein Haupt gegeben zu werden, möchte ich dann doch das Buch zeigen:

Weitere Details zum Buch finden sich hier.

Tragische Storys zu Weihnachten

Solche Geschichten sollte man sich verkneifen. Und es war auch nicht tragisch, dass dieses schon im Dezember 2016 erschienene und reich bebilderte Buch von Gabriele Behrend, einer in der fantastischen Szene bestens bekannten Autorin und Zeichnerin, erst jetzt nach und nach öffentlich bekanntgemacht wird. Damals, im Dezember 2016, war die Zeit für eine groß angelegte Verkündungskampagne einfach zu knapp – das Buch wurde erst wenige Tage vor den Feiertagen überhaupt fertig, und so kamen bislang nur Menschen im direkten Umkreis der Autorin in den Genuss des Werkes.

Aber bekanntermaßen wiederholt sich die Geschichte, und so wird es auch 2017 Weihnachten geben. Ich habe schon Vorsorge getroffen, dass das Buch rechtzeitig vor dem Fest noch einmal nach oben geholt wird, damit sich der eine oder andere vielleicht noch entscheiden kann, das kleine, aber feine Werk zum Geschenk zu erwählen.

Weitere Details zum Buch: hier.

Und einfacher wird es auch nicht

Seit Monaten nimmt er zu, der hauptberufliche Ärger, der vermutlich bald in eine Entscheidung münden wird – und seit Monaten nimmt sie ab, die Freizeit, die mir bleibt, um meine durchaus nicht wenigen Projekte vorwärts zu bringen.

Inzwischen im elften Jahr meiner aktuellen Runde als Chefredakteur und Herausgeber der SFCD-Publikationen hat mir die magere Freizeit bei der Herstellung der ANDROMEDA NACHRICHTEN 257 echte Probleme bereitet. An manchen Tagen war ich nicht weit davon entfernt, ernsthaft über Konsequenzen nachdenken zu müssen und zu wollen (was ich auch weiterhin in der Tat tue, allerdings in einer anderen Richtung, als sich dies hier vielleicht lesen mag). Der ganze Ärger um mich herum nahm mir an manchen Tagen auch einfach die Lust, produktiv zu werden – was am Ende noch zusätzlich ärgerlich und frustrierend ist.
Am Ende aber wird dann manchmal doch etwas gut. Nicht alles, nein, davon bin ich derzeit noch weit entfernt. Aber etwas. In diesem Falle einfach die ANDROMEDA NACHRICHTEN 257, die dann doch – o Wunder! – fertiggestellt werden konnten und seit heute dem Drucker zur Verfügung stehen, um sie auf Papier zu bannen.

Hier die Details:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 257
SFCD e.V., Murnau, April 2017, 116 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
| Sechs Jahrzehnte im Fandom oder: Von Walter Ernstings Kühlschrank zum umgebauten Besenschrank  Thomas Recktenwald interviewt Gerhard Müller ||Conventions|| Jürgen Lautner: Das einzig Beständige ist der Wandel – Der Buchmessecon am 22. Oktober 2016 | Jürgen Lautner: Der Dampf ist raus || Deutscher Science-Fiction-Preis 2017 – Die Nominierungen || Fantasy || Science-Fiction || Zwielicht || Cinema || e:Games || Perry Rhodan || Science || Zerrspiegel  || FanzineKurier || Reissswolf || StoryFiles || Uwe Lammers: Der Platz der Steine, Teil 3

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download: http://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an257open.zip

Surrealistische Gestalten?

Die surrealistischen Maler vom Anfang des 20. Jahrhunderts haben mich immer fasziniert – nicht nur der sittsam bekannte Salvadore Dalí. Surrealistische Literatur kam mir weniger unter – da habe ich es später eher mit den Beatautoren gehalten, vor allem mit Mr. Burroughs, der mit seinen Werken sicherlich einen längeren Blick auf surrealistische Traditionen zu werfen erlaubte.

Ob ein Text surrealistisch ist, kann ich indes nicht beurteilen – nicht unter den stilistischen Gesichtspunkten literaturwissenschaftlicher Betrachter. Das spielt für mich persönlich aber auch keine Rolle – immerhin kann ich behaupten, bei diesem Buch meiner Autorin voll und ganz vertrauen zu dürfen, die die Geschichten in »Esmeralda in Nöten« nicht nur als surrealistisch, sondern auch expressionistisch bezeichnet. Für mich reichte die Einstufung als »höchst gelungen«, um eine Veröffentlichung als Band 18 der Reihe »Außer der Reihe« meines Verlages ins Auge zu fassen. Und so ist es nun so weit – das Buch ist da:

Alle nötigen Details zum Buch finden sich hier.

Einmal mehr

Man sagt: »Was lange währt, wird doch noch gut«, oder – wie die Verbalkannibalen sagen würden: – »Was lange gärt, wird endlich Wut«. Letzteres trifft zum Glück nicht zu, aber lange genug hat es gedauert, bis die Anthologie »Schrecken der Vergangenheit« erschienen ist – in diesen Tagen –, die Patrick Schön für das und mit den Autoren des Anthologieforums zusammengestellt hat.

Das Anthologieforum – früher unter www.anthologieforum.de zu finden, derzeit nur bei Facebook und auch nur als geschlossene Gruppe – wurde von Patrick Schön ins Leben gerufen und lange Zeit am Leben erhalten. Wie das Leben so spielt … Er musste das Projekt aufgeben, gab es aber ab – und eine Neueröffnung des Forums steht noch aus. Aber darum geht es gar nicht –

Die Zeichen der Zeit bescheren uns allen heute viel zu wenig Zeit für all die Dinge, die wir gerne tun – und so blieb auch die Anthologie »Schrecken der Vergangenheit« viel zu lange liegen. Glaube ich den Datumsangaben der Dateien auf meinem Server, dann stammen die ersten Texte aus der Mitte des Jahres 2013; andere Daten sprechen vom vierten Quartal 2014. Wie auch immer – es war dann doch genug Zeit.
Und nun erscheinen die Geschichten, die klassischen Horror präsentieren, in Buchform (und natürlich auch als E-Book). Die Geschichten spielen allesamt im 18. Jahrhundert und gönnen dem Leser wahrlich klassischen Grusel. Aber davon sollte sich jeder selbst überzeugen.

Daten zum Buch gibt es hier.
Das sensationelle Cover stammt von Andreas Schwietzke:

Und die Komplettansicht:

Die Literaten unter den Buchhändlern

scheinen bisweilen eher selten zu sein. Gerne lästere ich bisweilen über Buchhändler, denen offensichtlich die Fähigkeit des Lesens zu fehlen scheint. Und wirklich schlimm sind die Buchhändler, die mit den unterschiedlichsten – und erkennbar dämlichen – Ausreden ein Buch eben nicht verkaufen, weil es ihnen einfach zu viel Mühe ist.
Aber es gibt auch schöne Erfahrungen, überraschende, ansprechende, Mut machende. So bekam ich letztens eine Mail folgenden Inhalts:

[…] von einem Kunden habe ich soeben einen Flyer der Herbert W. Franke Werksausgabe in die Hand gedrückt bekommen. Sehr schön. Ob er denn die Bücher bei uns bestellen kann, da ich sie ja offensichtlich nicht in unserer Buchhandlung führe. Amazon mag er nicht. Ich auch nicht, deswegen ist die Triebfeder dieses Unterfangens nicht allzu sehr der schnelle Kommerz, sondern vielmehr der Stolz, die offensichtliche Scharte im Ansehen wieder auszuwetzen.
Wir sind seit 1981 eine Spezialbuchhandlung für SF und Fantasy und ich bin über diese Ausgabe selbst noch nicht gestolpert. Zumindest ein klein bisschen peinlich.
Also dem Kunden ein selbstverständlich – wir kümmern uns! – entgegengeschmettert und ihn dann seiner Wege ziehen lassen.
Bei unserem Barsortiment Libri mit mehr als einer Million ständig lieferbarer Bücher bin ich dann leider nicht fündig geworden, im Gegensatz zu Amazon. Da jetzt aber auf dem Flyer der freundliche Satz »Im Buchhandel, im Internet und direkt beim Verlag« prangt, hier meine Frage, ob und zu welchen Konditionen denn eine Belieferung des niedergelassenen Buchhandels vorgesehen ist. […]

Und auf die Frage, ob ich diese Zeilen veröffentlichen dürfe, erhielt ich die Antwort:

Auch wenn das gar nicht beabsichtigt war und eher der Gaul mit mir durchgegangen ist. Ja, das geschieht manchmal einfach so, ohne, dass man sich dagegen zur Wehr setzen könnte.
Freut mich, wenn die Formulierung zur Erheiterung und Freude beigetragen hat. Zitate sind immer okay. Da hab ich weder Angst, noch Scham.

In der Tat las sich das höchst ansprechend. Nicht nur, aber auch, weil Buchhändler selten sind, die überhaupt mehr Zeilen zusammenbringen, als die zum Zustandekommen eines Buchkaufes essenziell notwendigen.

Aber vielleicht hat das Wunder eine einfache Erklärung. Denn der betreffende Buchhändler ist Gerd Eibach von Hermkes Romanboutique, eben einer Spezialbuchhandlung für SF und Fantasy, wie man unschwer auf der Website www.comicdealer.de erkennen kann. Dass mein Verlag und sein Programm – nicht nur die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke – gefunden wurde, erfreut natürlich mein Verlegerherz. Da steckt Potenzial drin. Nicht nur literarisches.

Auf den letzten Drücker …

… ist Silvester 2016 noch die 256. Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN des Science Fiction Club Deutschland e.V. (SFCD) fertiggestellt worden. Am gestrigen Neujahrstag hat die Druckerei die Druckdaten und den Druckauftrag erhalten. Nach dem »Brocken« 255 zum BuCon 2016 ist die Ausgabe 256 mit »nur« 100 Seiten erwartungsgemäß schmal(er) ausgefallen.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 256
SFCD e.V., Murnau, Januar 2017, 100 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
[[Redaxionelles]] Michael Haitel im Interview mit dem Bücherstadt Kurier — Stöbe im Spektrum — Neustart: SF-Personality — Frank Böhmert in Interview mit Michael Schmidt — Angelika Herzog: Pennemünde 2016 [[Conventions]] Uwe Lammers: Abenteuer Buchmesse-Con. Ein Besuch in Dreieich bei Frankfurt am 22. Oktober 2016 — Jürgen Lautner: Olé – wir fahr’n zum Con nach Barcelona. BCon 2016, Barcelona, 3.–6.11.2016 — Jürgen Lautner: Stairway to Heaven. MediKonOne 12.–14.8.2016 — Jürgen Lautner: Aus und vorbei? Die 10. SpaceDays 15.–16.10.2016 [[Fantasy]] mit Beiträgen von Karl Aulbach und Buchbesprechungen von Angelika Herzog, Manuel Bianchi, Jürgen Schnaus, Uwe Lammers und Martina Schiller-Rall [[Zwielicht]] Der Horror in den ANDROMEDA NACHRICHTEN, von Michael Schmidt [[Cinema]] mit Filmbesprechungen von Jörg Krömer [[e:Games]] mit Spielerezensionen von Gerd Frey [[Perry Rhodan]] Robert Hector: Ein kritischer Rückblick auf den Atopen-Zyklus [[Science]] mit Beiträgen von Robert Hector [[Fanzine Kurier]] mit Rezensionen von Holger Marks, Armin Möhle und Irene Salzmann [[Reissswolf]] zusammengestellt von Michael Baumgartner — Deutschsprachige Originalausgaben – mit Besprechungen von Ekkehardt Brux, Andreas Nordiek, Ralf Boldt, Kai Beisswenger, Michael Haitel — Marko Ferst: Abschied von der Welt des Überflusses — Übersetzungen in die deutsche Sprache – mit Besprechungen von Andreas Nordiek, Angelika Herzog und Jürgen Schnaus — Angelika Herzog: Tad Williams’ Otherland [[StoryFiles]] Uwe Lammers: Der Platz der Steine, Teil 2

Das Titelbild stammt von Frank G. Gerigk.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download: http://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an256open.zip.

Ich bin ein Schwein

Ja. Das bin ich. Und ein Arschloch. Ein fieser, hinterfotziger Mistkerl. Und im Gegensatz zu vielen Menschen habe ich kein Problem damit. Ich kann nicht nur über mich lachen; ich kann mich auch selbst verurteilen. Kein Problem. Das Problem haben viele andere Menschen, denen ich damit die Luft aus den Segeln nehme. Wenn mir jemand ernsthaft – weil wir Zoff miteinander haben – sagt: »Du bist ein Riesenarschloch!«, antworte ich: »Hm. Ja. Und?« Die Frage ist eben, wem diese ausgesprochene Erkenntnis etwas bringt. Mir bringt sie nicht mehr Erkenntnis als zuvor, denn natürlich weiß ich, was ich bin.

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Irreführend

Naja, um ehrlich zu sein: Er könnte irreführend sein. Der Titel. Wenn man wollte. »Weltenbaumler«. Welten, die baumeln? Aber wenn man das Buch liest, wird schnell klar, dass es sich um den Weltenbaum handelt, Yggdrasil, um genau zu sein, denn der dritte Teil der schermschen »Nomadengott«-Trilogie spielt in Island, und da Seshmosis, der Schreiber und Prophet, ja eine eigene, wenn auch kleine Gottheit in der Welt repräsentiert, dreht sich die Handlung schwerpunktmäßig auch um die nordische Götterwelt. Ergo: Weltenbaum. Und die Weltenbaumler sind die, die zu denen gehören, für die der Weltenbaum Yggdrasil von Bedeutung ist.

Aber irreführend ist auch das Buch, das einmal das Ende dieser »Nomadengott«-Trilogie war. Oder ist. Noch ist. Es ist unbekannt, wie lange es das noch ist. Und ob es das nicht doch für alle Ewigkeiten bleiben wird. Man weiß es nicht. Wenn das vierte Buch, von dem der Autor standfest sagt, er arbeite daran – in welcher Form und welchem Umfang auch immer – dann erscheinen sollte (was nach dem Stand der Dinge in meinem Verlag p.machinery der Fall sein soll), dann war der Abschlussband der Trilogie kein Abschlussband keiner Trilogie, denn die Trilogie ist dann auch keine Trilogie mehr, sondern eine Tetralogie. Und wenn man möchte, hat die Tetralogie dann sogar zwei Abschlussbände. Einen, als sie noch Trilogie war, einen, als zur Tetralogie wurde.

Wo soll das enden? Wenn ich weiter so einen Unsinn verzapfe, vermutlich in der Anstalt. Deshalb hier nur noch das Titelbild und die Information, dass das Buch im Mai verfügbar sein wird. Weitere Details zum Buch finden sich hier.


Edit 22.06.2016: Dies ist, nebenbei bemerkt, der 1000. Beitrag in diesem Blog.