Überraschend

Serdar Somuncu
DER ANTITÜRKE
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, Juni 2009 (gelesen 3. Auflage April 2013), Taschenbuch, 153 Seiten, ISBN 978 3 499 62510 7

VORBEMERKUNG
Ich bin bekennender Somuncu-Fan. Ich kann auch seinen Namen richtig aussprechen. Ich bin beinharter, bekennender Somuncu-Fan, der seinen Namen richtig aussprechen kann. Ich sammle alles von ihm. Ich lese alles, sehe alles, und ich glaube, es fehlt nicht viel, und ich könnte die Karriere eines Somuncu-Stalkers beginnen. Oder sein Manager werden. Egal.
Aber sein »Antitürke« hat mich sehr überrascht. Positiv, das darf ich vorweg bemerken. Auf ganz unerwartete Weise.

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Fischfutter für’n Urlaub

Marie Matisek
MUTTER BEI DIE FISCHE
Ein Küsten-Roman
Ullstein Buchverlage/List Verlag, Berlin, Mai 2014, Taschenbuch, 267 Seiten, ISBN 978 3 548 28632 7

VORBEMERKUNG
Das Buch kaufte ich im Urlaub in Schleswig-Holstein, als ich das einzige andere Werk, das ich mitgenommen hatte, ausgelesen hatte. Normalerweise lese ich im Urlaub wie ein Verrückter. Diesmal nicht. Warum auch immer. (Vermutungen lassen sich vielleicht anhand der Blogeinträge zum Urlaub anstellen. Vielleicht auch nicht.)

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Es hilft nicht, ihn nur zu mögen

Serdar Somuncu
HASSTAMENT
Die rohe Botschaft
WortArtisten, Köln, 2013, Klappbroschur, 351 Seiten, ISBN 978 3 942454 02 5

VORBEMERKUNG
Somuncu zu mögen, das reicht nicht. Man sollte ihn verstehen. Man sollte ihm genau zuhören, ihn genau lesen. Und man sollte ihn verstehen. Richtig verstehen. In dem vorliegenden Buch sind unter anderem Beispiele von Menschen enthalten, die ganz offensichtlich trotz aller (Vor-) Warnungen zu dumm waren (und wohl noch sind), das zu tun. Somuncu zu verstehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen.
Ich entdeckte Somuncu beim Zapping. Irgendwo lief seine Hassprediger-Show, ich blieb hängen. Mit offenem Maul, sabbernd. Mit der Erkenntnis, endlich das gefunden zu haben, was ich bei dem deutschen Kabarett, bei Comedy und ähnlichen Dingen bisher vermisst habe.
Deutlichkeit. Echte Worte. Unnachgiebigkeit. Gnadenlosigkeit. Klarheit. Ich war schon beim ersten TV-Genuss des Programms von Serdar Somuncu nicht einen Augenblick bereit, mich auf ein Missverständnis seines Tuns und seiner Worte einzulassen.

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Dem Karl Marx sein Fisch. Oder ’s Känguru

Marc-Uwe Kling
DAS KÄNGURU-MANIFEST
Ullstein Buchverlage, Berlin, 2011, eBook: LVD, Berlin, eISBN 978 3 8437 0039 9

VORBEMERKUNG
Die Känguru-Fortsetzung gefiel mir nicht mehr so gut. Ich beherzigte meinen eigenen Tipp nicht, zugegeben: Lieber wenige der kurzen Geschichten nacheinander lesen, dann eine Pause einlegen. Ich habe das »Manifest« in einem Zug gelesen, sobald Zeit war, und das war vielleicht wirklich ein Fehler. Es dürfte in der Natur der beiden Bücher als eine Sammlung von schnellen Slapsticks, als Gagfeuerwerk liegen, dass es bei zu ausschweifendem Genuss anstrengend wird.

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Erst Känguru. Später Pinguin

Marc-Uwe Kling
DIE KÄNGURU CHRONIKEN: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers
Ullstein Buchverlage, Berlin, 2009, eBook, eISBN 978 3 548 92077 1

VORBEMERKUNG
Kling kam mir zuerst im Fernsehen unter die Augen. Auffallend war seine offensichtliche Verbindung zur Poetry-Slam-Szene, erkennbar an der Tatsache, dass er in seinen Auftritten aus seinen Känguru-Büchern vorlas, erkennbar auch an der monotonen Sprechweise mit wenigen, dafür aber umso auffälligeren Betonungen. Tatsächlich war Kling 2006 und 2007 deutscher Poetry-Slam-Meister. Immerhin.

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