Alle Jahre wieder

Simone Knels ist kein Newcomer in meinem Verlag. Abgesehen von ihrem Amerikabuch, das jüngst neu aufgelegt wurde, präsentiert sie zum dritten Mal Kurzgeschichten. Nach den Märchen »zum neuen Jahr« 2010 und den »Gespenstergeschichten« 2011 gab es eine Pause. Aber Ende 2017 sind sie nun da – die »Zwölf Märchen für Kinder«. Das kleine Hardcover ist mit Fotos gespickt, die Simone im Laufe der Zeit aufgenommen hat und die thematisch zu den Geschichten ausgewählt wurden.

Man kann sich ja immer streiten. Oder auch nicht. Oder manchmal doch. Marianne Labisch hat schon vernichtende Kritik über die Schreibe geäußert. Ich überlege, ob das einer Erhebung in den Adelsstand gleichkommen könnte. Zumal Marianne sich nicht hundertprozentig sicher ist, ob ihr erster Eindruck sich nicht noch ändert. Gleichzeitig aber meint, dass das vermutlich nicht geschehen wird. Was ich nachvollziehen kann – Marianne würde sich unglaubwürdig machen, würde sie nach dem ersten Eindruck in die andere Richtung umfallen.

Die Details zum Buch: hier.

Wenn Parasiten meckern

Dann könnte man meinen, Herausgeber und Autoren seien Parasiten. Was totaler, nein: vollendeter Blödsinn ist. Nicht nur, vor allem aber auch, wenn die Herausgeber eines Buches Marianne Labisch und Sven Klöpping heißen. Wenn Parasiten meckern, dann haben sie möglicherweise nicht unrecht …

Soll heißen: Das vierte Buch aus dem Imprint »sternwerk« meines Verlages p.machinery hat länger gebraucht, um das Licht der Welt zu erblicken, als es Autoren und Herausgebern genehm war. Von meinereinem gar nicht zu reden. Aber es gibt Notwendigkeiten, Zwänge, Dinge, die man als Alleinverlegerlein nicht wirklich dahin gehend beeinflussen kann, dass man seine Prioritäten ganz allein setzen kann.
Aber wie auch immer: Das Buch ist nun erschienen, und die Storys, die ausgewählt wurden, können sich sehen lassen. Und ich kann das beurteilen: Als Mitglied des Preiskomitees des Deutschen Science-Fiction-Preises (DSFP) habe ich 2017 viele Storys gelesen – und keine hat mich wirklich überzeugt, sodass ich mich in diesen Tagen entschlossen habe, beim DSFP 2018 wohl nicht mit abzustimmen. Aber vielleicht wird ja eine der Geschichten aus dieser Anthologie nominiert. Wir werden sehen.

Infos zum Buch: hier.

Ein kleiner Klassiker, neu geföhnt

Ich weiß ums Verrecken nicht mehr, wie der Kontakt zustande kam. Elke Becker und Alex Conrad hatten ihr Buch schon als E-Book laufen – und es läuft noch heute – und suchten nach einem Menschen, der ein Printbuch daraus machen wollte. Ich war dabei, aus mehreren Gründen. Ein Grund war, dass ich ein Inselfan bin, und die Geschichten, die allesamt auf Mallorca spielten, brachten bei mir etwas zum Klingen. Mallorca habe ich immer noch nicht gesehen und vielleicht schaffe ich es nie, so nahe das soundsovielte deutsche Bundesland auch liegen mag. Aber das Buch …
Und dann war da noch der Titelbildkünstler, ein Malteser … ein Malteser … konnte ich da Nein sagen? Keinesfalls!

Die »Mallorca-Schattengeschichten« erwiesen sich darüber hinaus als Verkaufsschlager. Die beiden Autorinnen – die ich liebend gerne in diesem Leben noch einmal persönlich kennenlernen möchte – waren anfangs auch finanziell unterstützend mit von der Partie, als es darum ging, einem mallorquinischen Anbieter Auflagen zu verkaufen, die in lokalen Kiosken und Souvenirläden landen sollten. Die ganze Konstruktion gab zu lustig komplizierten Mailwechseln Gelegenheit, weil die Abrechnungen zwischen den Damen und mir mitunter viel komplizierter erschienen, als sie es wirklich waren, ich als Abrechnender aber eher dem Schein traute, als dem, was wahr war. Hin und her, hin und her – Elke und Alex gehören unbestritten zu meinen liebsten Autorenkontakten. Nicht nur, aber auch, weil sie cool sind, geduldig, entspannt – was möglicherweise an Mallorca liegt – und nie mies drauf. Selbst wenn ich mal abrechnungstechnisch megamäßigen Bockmist produziert habe. Am Ende fanden wir immer die richtigen Euros auf den richtigen Konten.

Die Geschichte selbst haben mich angelegentlich der 2017er Ausgabe – das Buch, das zuvor bei Books on Demand produziert wurde, ist 2017 ausgelaufen – einmal mehr fasziniert. Es sind Geschichten, die es in sich haben. Krimigeschichten, denen immer ein wenig der Schalk im Nacken sitzt. Und das kleine böse Monsterchen hinter dem Herd – obwohl es natürlich solche Monsterchen in den echten Krimistorys nicht gibt. Und selbst wenn man wie ich keine Ahnung von Mallorca hat, spürt man etwas, das einen anrührt. Das Inselfeeling kommt rüber, und dann ist da immer etwas zwischen den Zeilen, das vielleicht nur zwei Deutsche beschreiben können, die schon lange auf der Insel leben und eben nicht nur Tourist sind.

An der Menge, die ich zu diesem Buch schreibe, kann man erkennen, dass es mir ein wichtiges Buch ist. Ich mag es – wie ich unbekannterweise auch die Autorinnen mag. Es ist mir wichtig, ja. Und es ist bemerkenswert, dass CreateSpace seine Hotlinerhorden hinter dem Zaun gehalten hat, obwohl ich damit rechnete, dass man beanstanden würde, das Buch wäre ja schon da gewesen … und ob ich das Recht … lala-lalaaaa …

Die Verlagsinfos zum Buch gibt es hier.

Und in der aktuellen Ausgabe gibt es auch eine Version im Druck des Schaltungsdienst Lange. Wer darauf abfährt, weiß ja, wo er ein Exemplar dieser Provenienz herbekommt. Hoffe ich.

Eine Wiederholungstat

Ende 2013 bzw. Anfang 2014, als Dirk C. Flecks »GO! – Die Ökodiktatur« erstmals in der DSFP-Reihe meines Verlages p.machinery erschien, war das Hardcover trotz seines stolzen Preises von EUR 33,90 ratzfatz weg. 33 Exemplare waren das.
Nachdem seitdem immer wieder Nachfragen kamen und diese in den letzten Monaten zunahmen, habe ich mich entschlossen, noch einmal 22 Exemplare nachdrucken zu lassen. Die stehen nun zur Verfügung.

Ausführliche Details zum Buch finden sich hier. Am Preis hat sich nichts geändert.

Internetinhaltsverzeichnis

Goetz Buchholz
Der Ratgeber Selbstständige
mediafon Selbstständigenberatung, Berlin, 2011 (Rechtsstand Januar 2011), 220 Seiten, Taschenbuch, ISBN 978 3 9814091 0 9

VORBEMERKUNG
Irgendwann im ersten Halbjahr 2017 machte ich mir Gedanken über Selbstständigkeit. Mit meinem Verlag, mit einem IT-Unternehmen, mit was auch immer. Ich stellte Überlegungen an, machte ziel- und planlose Konzepte, sprach mit meiner Bank, mit ein paar Leuten, und ich las natürlich auch Bücher. Nun ja – ein Buch.

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Wenn dein Verlag wahrgenommen wird

Nun, mein Verlag p.machinery ist inzwischen 13, fast 14 Jahre alt. Dass er längst wahrgenommen wird, steht völlig außer Zweifel. Trotzdem gibt es manchmal überraschende Entwicklungen, die ich so nicht wirklich erwartet hätte.

Thomas Franke ist ein toller Künstler, der die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke mit seinen Titelbildern ziert und auch sonst für viel Freude in meiner Arbeit sorgt. Die Herausgeber von »Gegen unendlich« haben sich vor Kurzem erst entschieden, mit mir die Printausgabe ihrer Anthologie machen zu wollen. Und Ellen Norten ist nicht nur wegen ihrer Sachwaltung des Hubert Katzmarzschen Erbes zu einem lieben und für meinen Verlag produktiven Kontakt geworden.

Im August 2017 nun findet gemeinsam mit der Buchhandlung Böttger in Bonn eine Reihe von Veranstaltungen statt, in denen Bücher meines Verlages eine nicht unbedeutende Rolle spielen:

Als PDFs zum Download: Aushang | Plakat | Flyer.

Dass mich das erfreut, steht völlig außer Frage.

Ich bin nicht gern gemein

Nein, das bin ich wirklich nicht. Aber ich kann auch nichts dafür, dass Dirk C. Fleck, einer meiner Autoren bei p.machinery, sich ein Buch gewünscht hat, als ein besonderes Stück zum Verschenken, ganz nach seinem Gusto. Es sollte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein – man kann sich darüber streiten, ob ein Autor wie Dirk C. Fleck nicht eine autobiografische und wirklich sehr persönliche Geschichte auch öffentlich machen darf, aber er wollte es halt nicht. Und für mich war das okay.

Eigentlich wollte er das Werk mit einem simplen Layout bei einem englischen PoD-Anbieter herausbringen, aber das konnte ich natürlich nicht akzeptieren. Es hat ein Weilchen gedauert – wie alle meine Bücher ein Weilchen dauern –, aber in diesen Tagen erscheint es nun: »Alles auf Rot«, eine sehr persönliche, sehr autobiografische Geschichte, die mir so gut gefallen hat, dass ich daraus den zwanzigsten Band meiner p.machinery-Reihe »Außer der Reihe« gemacht habe, obwohl es das Buch nicht zu kaufen geben wird. Aber das ist mir auch gleichgültig.

Dass ich das Buch für Dirk gemacht habe, hat sehr viel damit zu tun, dass ich den Menschen Dirk C. Fleck als Menschen schätze, als Autor, dass ich sein Werk mit Hochachtung betrachte, dass ich inzwischen auch ein klein wenig allergisch auf die Menschen reagiere, die meinen, Dirk für seine Ansichten und Einstellungen, für seine Fokussierung auf weltweite Ökologie, auf Themen zu den Dingen, die wir mit unserer Welt anstellen, und damit auf Themen zu unserer weltweiten Dummheit, verurteilen zu müssen, die ihn abkanzeln, herabwürdigen und die sich ihm gegenüber in einer Art und Weise benehmen, die einfach nicht akzeptabel ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Es war mir ganz persönlich eine ganz besondere Freude, einem ganz besonderen Autor ein ganz besonders Geschenk zu machen. Und das ist »Alles auf Rot«. Und Dirk hat sich schon mit diesem Buch bei mir revanchiert – es ist eines seiner besten Werke, die ich kenne. Eben, weil es so ist, wie er ist.

Details zum Buch: hier.

Verrutschter Fokus

Über den HALLER, die Literaturzeitschrift aus Monschau, habe ich schon mehrfach was erzählt. Wie ich mit Corinna Griesbach, der bis heute zuständigen Macherin des HALLER, zusammengekommen bin, weiß ich nicht mehr. Es ist auch egal. Ich fing an, das Layout zu machen, und nach der Nummer 10 kam Corinna auf die Idee, den HALLER unter die Fittiche meines Verlages p.machinery zu stellen – als Imprint, wie man das neumodisch nennt.
Eigentlich sollte es längst eine Website für den HALLER geben, die der Optik des Verlages entspricht. Andere Imprints – wie sternwerk und Die|QR|Edition – sind da schon bedient. Aber der HALLER residiert immer noch unter Domain und Optik seiner Chefin. Auch gut.

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