Verrutschter Fokus

Über den HALLER, die Literaturzeitschrift aus Monschau, habe ich schon mehrfach was erzählt. Wie ich mit Corinna Griesbach, der bis heute zuständigen Macherin des HALLER, zusammengekommen bin, weiß ich nicht mehr. Es ist auch egal. Ich fing an, das Layout zu machen, und nach der Nummer 10 kam Corinna auf die Idee, den HALLER unter die Fittiche meines Verlages p.machinery zu stellen – als Imprint, wie man das neumodisch nennt.
Eigentlich sollte es längst eine Website für den HALLER geben, die der Optik des Verlages entspricht. Andere Imprints – wie sternwerk und Die|QR|Edition – sind da schon bedient. Aber der HALLER residiert immer noch unter Domain und Optik seiner Chefin. Auch gut.

Nicht gut allerdings ist, dass ich in meinem eigenen Blog schlicht übersehen habe, die letzten Ausgaben überhaupt zu erwähnen. Und das möchte ich dann hier doch einfach in einem simplen Überblick nachholen:

HALLER 10 – VERBORGENE FANTASIEN

war die letzte Ausgabe, die unter alleiniger Regie von Corinna Griesbach erschienen ist:

Corinna Griesbach (Hrsg.)
HALLER 10 – VERBORGENE FANTASIEN
Literaturzeitschrift – Off-Texte und Bilder
Literaturzeitschrift Haller, Monschau, Mai/Juni 2014, 140 Seiten, Taschenbuch
ISSN 1869-4624 – EUR 6,00 (DE)

Dies ist die zehnte Ausgabe der Literaturzeitschrift HALLER!

Am 25.11.2009 erschien die erste Ausgabe des HALLER: Vorkomm­nisse. Der Aachener Künstler Achim F. Willems hat damals Bilder beigesteuert. Seitdem sind jährlich zwei Ausgaben erschienen: 2010 Verwandlung und Stadt. 2011 Gier, prä­sentiert bei einer Lesung und Ausstellung der Bilder von Man­fred Beumers in der Galerie im Tuchschererhaus in Monschau und Nerd mit einer Lesung in den Räumen einer EDV-Be­ratung in Monschau. 2012 Im Fernsehen mit einer Lesung im Kunst- und Kulturzentrum Monschau und Verlassene Orte mit einer Lesung im Stadtarchiv Monschau, verbunden mit ei­ner Ausstellung der Fotografien von Sebastian Schwarz. 2013 Ins Auge blicken und Halloween mit der traditionellen Le­sung zum Monschauer Halloween im Café Weekend in Monschau.

Das Konzept, Kunst in Form von Fotografien und Malerei mit Li­teratur zu verbinden, hat Erfolg.
Wenn die Idee, eine Literaturzeitschrift herauszugeben, eine verborgene Fantasie geblieben wäre … Aber: Fantasien dürfen nicht nur im Verborgenen gelebt werden, Wünsche müssen nicht unerkannt bleiben, weil sie so abseitig, hoffnungslos, absurd, böse oder zu schön sind, um wahr zu sein. Sie dür­fen auch verwirklicht werden.

Was erwartet Sie? Dinge, die nicht geschehen dürften. Von de­nen wir nicht wollen, dass sie geschehen oder die wir völlig hoffnungslos herbeisehnen.
Jede Fantasie kann in einem toten Gang enden. Inmitten ei­nes eintönigen Alltags kann mit Stufe drei das Verborgene Wirk­lichkeit werden. Alles nur Fantasie: der Besuch einer Ga­le­rie. Eine Frau schrubbt das Kaminfenster. Ein paar Tage in Pa­ris. Eine Amour fou. Ein Tabu. Das Schwert von Sir Francis Dra­ke. Die Sterne. In der Falle sitzen.
Auch eine Verwandlung in dieser Ausgabe, fast eine kleine Re­miniszenz an HALLER 2.

HALLER 11 – LEBENSRÄUME

war dann die erste Ausgabe, die als Imprint bei p.machinery erschien – und damit auch die erste Ausgabe, die eine ISBN hatte und bei Amazon zu bestellen war.

Corinna Griesbach (Hrsg.)
LEBENSRÄUME
HALLER 11
HALLER @ p.machinery, Murnau, Februar 2015, 90 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 942533 83 6 – EUR 7,90 (DE)
eBook ISBN: 978 3 7396 3203 2 – EUR 3,99 (DE)

Mein Lebensraum – Flüchtlingslager, Slum, Villa, der Burj Kha­lifa, das Haus am See? Ein Zimmer, eine Zelle, ein Garten? Urwald oder Steppe? Eine Marskolonie?
Lebensraum ist ein Begriff, der ebenso privat ist, wie gesell­schaftlich relevant, der missbraucht wird für geopolitische Übergriffe. Der Angst macht, denn wo wir über ihn le­sen, ist er meist »bedroht«.
Tiere und Pflanzen sind ihres Lebensraums beraubt worden oder wurden als blinde Passagiere in neue Lebensräume ver­pflanzt.
Lebensräume – wo und wie leben wir morgen? Was ist un­ser Platz im Leben?
Wo lebe ich? Wo will ich sein? Welches Biotop erschaffe oder zerstöre ich? Wo ist menschenwürdiges Wohnen möglich oder nicht mehr möglich? Welchen Raum beanspruchen mein Körper, meine Gedanken und Träume? Wo ist der Sitz mei­nes Lebens?

Zehn Autoren und eine Bildkünstlerin haben Antworten auf diese Fragen gefunden.

Der Inhalt:
Corinna Griesbach: Vorwort
Frauke Buchholz: Im Reservat
Georges Hausemer: Orbiter 631
Marion Mink: Trautes Heim
Christine Graf: Zwei Leben
Axel Bölling: Standardsituationen 16.06.2014 – 27.06.2014 Readymade 4
Anna Margareta Oldenburg: Nach Hause ist weit weg
Bettina Cordes: Kirchen in Rom
Jonas Kissel: Die Grenze
Julia Kulewatz: Nabi Pyon Ji
Tessa Schwartz: Und Aphrodite lächelt
Harald Egerland: Golgatha. Ein Kriegsroman von Peter Schmitz (Rezension)

HALLER 12 – DAS STAUNEN DER WELT: Visionen

Corinna Griesbach (Hrsg.)
DAS STAUNEN DER WELT
Visionen
HALLER 12
HALLER @ p.machinery, Murnau, Januar  2016, 164 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 942533 65 2 – EUR 10,90 (DE)
E-Book-ISBN 978 3 7396 3204 9 – EUR 5,49 (DE)

Politische, gesellschaftliche, religiöse Visionen, die die Welt in Staunen versetzen, entzücken und entsetzen. Sonnentänze, Schamanenrituale und unsere nächtlichen Träume. Waren und sind es Wahnbilder, Fieberträume und Einbildungen, die den Lauf der Welt und das Schicksal des Einzelnen bestimmen?
Geschichten über historische und futuristische Visionen und Visionen des Wahnsinns und der Angst. Die Vision einer Welt, in der alle Religionen gleichberechtigt und in Eintracht miteinander leben, der Traum von einer Welt ohne Hunger und Elend, in der es auch keine Krankheiten mehr gibt, Visionen von einer besseren Gesellschaft, von einem Leben ohne Plastik, der Traum vom besseren Menschen oder einer Erde ohne Menschen. Welche Erscheinung flüstert dem Wahnsinnigen seine nächsten Pläne ein? Welche Macht erscheint dem Einzelnen, von anderen ungehört und ungesehen und zu welchen Taten führt dieses Erleben?
»Das Staunen der Welt. Visionen« ist ein Thema, das dramatisch, melancholisch, humoristisch und zeitkritisch ist – über Genregrenzen hinweg.

Der Inhalt:
Ansgar Poloczek: Schwarzer Milan
Jonas Kissel: Maulwurfshügel
Nele Sickel: Die blaue Pille wählen
Peter Zemla: Der Karpfen
Peter Schnell: Parallelwelt
Claudia Overbeck: Fantasielos
Marlene Fleißig: Chamäleon
Regina Schleheck: Tonspur
Sue Bechert: Das Wiedersehen
Christian Knieps: hätte wäre wenn
Jörn Birkholz: Zug um Zug
Tom Davids: Der Preis der Freiheit
Bettina Cordes: Valles Marineris
Daniel Niebuhr: Victor war hier
Kai G. Klein: Triptychon
Lukas Vering: Falsche Flagge
Michael Wenzel: Die Auslegung der Welt
Peter Paul Wiplinger: die geranien vor dem fenster
Axel Bölling: The best years of our lives – Eine Rezension

Illustrationen von blume, Cornelia Arbaoui, Hagen Klennert, Herbert Jost-Hof, Matthias Koeppel & SOOKI, Stephan Groß, Kai G. Klein, Tatjana Frey. Das Titelbild stammt von Christian Knieps.

HALLER 13 – SCHULD

Corinna Griesbach (Hrsg.)
SCHULD
HALLER 13
HALLER @ p.machinery, Murnau, Oktober 2016, 84 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 073 3 – EUR 7,90 (DE)
E-Book-ISBN 978 3 7396 7829 0 – EUR 3,99 (DE)

Das ist doch nicht meine Schuld – oder doch? Wir werden schuldig, machen Schulden, gehen an unserer Schuld zugrunde, sühnen, bekommen Schulden erlassen, haben Mitschuld oder sind doch unschuldig – an allem?
Deine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld: Das ist das Thema, dem sich acht Autoren gewidmet haben. Surreale, reale, ernste, verzweifelte und manchmal melancholische Geschichten.

Der Inhalt:
Vorwort
Michael Wenzel: Der schlimmste Mensch im Dorf
Maiken Brathe: Dachgedacht
Friedrich Bastian: Stiefel vor der Tür
Anke Küpper: Mit Gepäck
Christian Lange-Hausstein: Kein Loch in der Wand
blume: Hands of Fate
Marlene Schulz: Vom Acker
Kerstin Brichzin: Der Weg
Harald Egerland: »Lange Schatten aus dunklen Zeiten« – Zwei Variationen desselben Themas. Rezension.
Vitae

Illustrationen von Cornelia Arbaoui, blume (Michael Johann Bauer), Manfred A. Kugler, Ruben Brüstle, Sonar Reichert, Tatjana Frey, Wilfriede Weise-Ney.

Und

HALLER 14 – SCHWIMMBAD 1967

kommt in Kürze.

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