Keine Sicherheit, keine Gnade

Christopher Ecker
DER BAHNHOF VON PLÖN
Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2016, Hardcover ohne Schutzumschlag, ISBN 978 3 95462 530 7

VORBEMERKUNG
Sind erst einmal die Sicherheiten geschwunden, weiß man, dann ist alles möglich, alles denkbar. Ein Zitat vom Buchrückseitentext. Und in der Tat: In der Regel lese ich Bücher, die ich nicht verstehe, nicht vollständig. Es hilft ja nichts. Allerdings sind die Gelegenheiten, da dies geschieht, selten. Noch seltener indes ist es, dass ich so ein Buch lese – und es mir gefällt.
Aber der Reihe nach …

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Vom Schreiben

Schreiben ist nicht Handeln. Es ist ein Hinauszögern des Handelns. Sobald ich also niedergeschrieben habe, was festzuhalten ist, werde ich das tun, was ich zu tun habe. Dann endlich werde ich handeln. Handeln kann richtig oder falsch sein. Schreiben dagegen ist das blasse Wasserzeichen der Feigheit.

Christopher Ecker, Der Bahnhof von Plön, Halle (Saale), 2016, Seite 221

Ich bin ein Schwein

Ja. Das bin ich. Und ein Arschloch. Ein fieser, hinterfotziger Mistkerl. Und im Gegensatz zu vielen Menschen habe ich kein Problem damit. Ich kann nicht nur über mich lachen; ich kann mich auch selbst verurteilen. Kein Problem. Das Problem haben viele andere Menschen, denen ich damit die Luft aus den Segeln nehme. Wenn mir jemand ernsthaft – weil wir Zoff miteinander haben – sagt: »Du bist ein Riesenarschloch!«, antworte ich: »Hm. Ja. Und?« Die Frage ist eben, wem diese ausgesprochene Erkenntnis etwas bringt. Mir bringt sie nicht mehr Erkenntnis als zuvor, denn natürlich weiß ich, was ich bin.

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Irreführend

Naja, um ehrlich zu sein: Er könnte irreführend sein. Der Titel. Wenn man wollte. »Weltenbaumler«. Welten, die baumeln? Aber wenn man das Buch liest, wird schnell klar, dass es sich um den Weltenbaum handelt, Yggdrasil, um genau zu sein, denn der dritte Teil der schermschen »Nomadengott«-Trilogie spielt in Island, und da Seshmosis, der Schreiber und Prophet, ja eine eigene, wenn auch kleine Gottheit in der Welt repräsentiert, dreht sich die Handlung schwerpunktmäßig auch um die nordische Götterwelt. Ergo: Weltenbaum. Und die Weltenbaumler sind die, die zu denen gehören, für die der Weltenbaum Yggdrasil von Bedeutung ist.

Aber irreführend ist auch das Buch, das einmal das Ende dieser »Nomadengott«-Trilogie war. Oder ist. Noch ist. Es ist unbekannt, wie lange es das noch ist. Und ob es das nicht doch für alle Ewigkeiten bleiben wird. Man weiß es nicht. Wenn das vierte Buch, von dem der Autor standfest sagt, er arbeite daran – in welcher Form und welchem Umfang auch immer – dann erscheinen sollte (was nach dem Stand der Dinge in meinem Verlag p.machinery der Fall sein soll), dann war der Abschlussband der Trilogie kein Abschlussband keiner Trilogie, denn die Trilogie ist dann auch keine Trilogie mehr, sondern eine Tetralogie. Und wenn man möchte, hat die Tetralogie dann sogar zwei Abschlussbände. Einen, als sie noch Trilogie war, einen, als zur Tetralogie wurde.

Wo soll das enden? Wenn ich weiter so einen Unsinn verzapfe, vermutlich in der Anstalt. Deshalb hier nur noch das Titelbild und die Information, dass das Buch im Mai verfügbar sein wird. Weitere Details zum Buch finden sich hier.


Edit 22.06.2016: Dies ist, nebenbei bemerkt, der 1000. Beitrag in diesem Blog.

Ich gebe es zu …

… ich bin ein Workaholic. Jedenfalls spricht alles dafür. Wie ich an den Job gekommen bin, die Romane der FanEdition der Perry-Rhodan-FanZentrale (PRFZ) zu machen, weiß ich trotzdem nicht mehr. Irgendwie hat sich das ergeben. Am Anfang gab es wohl ein wenig Durcheinander in den Nummerierungen, denn neben Band 8 (Jörg Isenbergs »Das Ta Ra El« von 2007) beginnt die eigentliche Reihe, die ich hergestellt habe, mit Band 11 (Judith Fandrichs »Zeiten«, 2009). Danach ist die Reihe jedenfalls durchgängig – und seit 2014 gibt es sogar zwei Bände pro Jahr (wobei 2015 ein Band das Conbuch zum PR-Tag in Osnabrück war). Nun ja.

Als Workaholic ist man für jede Beschäftigung dankbar, und so war es mir bei all der Arbeit, die so tagtäglich über einen hereinbricht – man hat ja meist auch noch einen Hauptberuf – doch eine Freude, den neuesten, den 17. Band der PRFZ-FanEdition herzustellen. Der geht spätestens Anfang kommender Woche in Druck (der in Malta erledigt wird; die Malteser sind immer noch größtenteils Katholiken, und der Freitag nach einem Feiertag wie Christi Himmelfahrt ist für sinnvolle Arbeiten auf Malta nicht sehr gut geeignet). So sieht er aus:

und das sind die offiziellen Daten:

Wolfgang Morgenstern
DIE LETZTE SÄULE
Perry Rhodan FanEdition 17
Perry Rhodan FanZentrale e.V., Mai 2016, Paperback, 84 Seiten DIN A5
EUR 7,10 (EUR 4,20 für PRFZ-Mitglieder)

Der Verkaufsstart erfolgt auf dem ColoniaCon 2016 am 28.05.2016. Ab 30.05.2015 dann Verkauf über den Space Shop der PRFZ (http://www.prfz.de/space-shop.html).

Man schreibt das Jahr 2016. Ganz Europa wird von einer Handvoll hirnloser Bürokraten beherrscht, die den lieben langen Tag nichts Besseres zu tun haben, als über den Krümmungsgrad von Salatgurken nachzudenken, und wie sie das Geld, das sie uns aus der Tasche gezogen haben, möglichst eindrucksvoll wieder ausgeben können. – Ganz Europa? Nein! Ein stures Inselvolk am nördlichen Rande des Alten Kontinents leistet immer noch zähen Widerstand gegen den Despotismus aus Brüssel.
So viel Frechheit kann nicht ungestraft bleiben. Aufgehetzt von wem auch immer, marschieren die Spanier in Gibraltar ein und annektieren die letzte britische Kolonie. Obwohl längst in einem nahe gelegenen Paralleluniversum ansässig, zögert Raumkapitän Guy Nelson, Nachfahre des legendären Admirals Horatio Nelson, keinen Augenblick, dem bedrängten Heimatland zu Hilfe zu eilen und die Führung des Untergrundkampfes zu übernehmen. Mehr und mehr schält sich heraus, dass er wohl tatsächlich DIE LETZTE SÄULE des untergehenden Empires ist …

Über den Autor:
Wolfgang Morgenstern, geboren 1968 in Bochum (NRW). Dort Schulbesuch und Abitur. Studium der Philosophie, Volkswirtschaft und Soziologie. Seit 1998 lebt er in Belgien.
Geschrieben hat er seit den Neunzigern, aber bis vor einigen Jahren nur zum privaten Vergnügen. 2012 oder 2013 erschien eine Kurzgeschichte in »Paradise 90«, dem Fanzine des TCE, 2014 dann eine weitere im Conbuch des ColoniaCon.

No ambition, but rubbish*

Was sich mit dem schon vor rund drei Jahren verlegten Titel »PragMagisch. Geschichten aus der Goldenen Stadt« (Außer der Reihe 6) kürzlich getan hat, wurde auf der Verlagsseite beschrieben: hier.

Ich darf hier höchst erfreut über den neuesten Schachzug unserer amerikanischen Publishingweltpolizei CreateSpace, dem PoD-Geschwü… äh … PoD-Ableger von Amazon berichten.
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Wir verheimlichen nichts. Wir sind seriös und fair. Echt jetzt

Schon am 21.03.2016 erhielt ich zu später Stunde – um 23.07 Uhr – eine Mail, die an die auch in mir latent vorhandene Geldgier appellierte. Ich zitiere:

Sie brauchen Geld für Ihre Firma oder Ihr Projekt?
Wir finanzieren unsere Kunden mit Kapitalanlegern.
[…]
Wir vertreiben Kapitalanlagen professionell im Telefonverkauf.
[…]
Sie zahlen eine Provision natürlich nur für die Anlagebeträge, die auf Ihrem Konto eingegangen sind – wir arbeiten seriös und fair.

Die Mail war noch ausführlicher, wie man sieht; das spielt hier aber keine Rolle. Das Deutsch war ausgezeichnet, fehlerfrei, und auch die Tatsache, dass ein Callcenter in Moskau beteiligt sein sollte, war nicht wirklich irritierend. Eher noch eine Erklärung für den Namen der Firma:

Peter Müller, der die Mail unterschrieben hatte, war vermutlich ein Pseudonym, denn einem Weltbürger, der der deutschen Sprache schon mütterlicherseits mächtig ist, wäre aufgefallen, was da zu lesen ist.