Wenn dich die Lexware fickt

Vorbemerkung

Ich betreibe bekanntermaßen einen Verlag. Im Rahmen dieser Verlagsgeschäfte benutze ich seit 2013 die Software »Lexware faktura + auftrag« der Firma Haufe. Grund für diese Anschaffung und den Einsatz dieser Software war der Entzug der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG durch das zuständige Finanzamt – oder anders ausgedrückt: Ich war auf einmal umsatzsteuerpflichtig bzw. – positiv ausgedrückt – vorsteuerabzugsberechtigt. Gleichzeitig erwies sich die Abwicklung von Buchverkäufen mit MS Word und Textbausteinen (statt Artikelstamm) als zu aufwendig, zeitraubend und vor allem fehleranfällig. Continue reading

Vom Schnabeln

Man kennt das vor allem von Büchern aus kleinen Verlagen, von solchen Büchern, die im modernen Digitaldruckverfahren hergestellt werden. Das hat nichts mit billigem Druck zu tun – nur mit Digitaldruck.

Wenn sich der Umschlag eines Buches aufrollt, spricht man vom »Schnabeln«. Es handelt sich um ein Digitaldruckproblem. Bekannt und nicht wirklich zu beseitigen.
Es entsteht durch die große Hitze im Digitaldrucker. Durch diese wird dem Papier sämtliche Feuchtigkeit entzogen. Später nimmt das Papier allerdings wieder Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Da das Buch inzwischen gebunden wurde, kann sich der Umschlag nur in einer Richtung ausdehnen. Und deshalb rollt er sich auf – er »schnabelt«.

Ändern kann man daran nicht viel, nicht nur, aber auch, weil die Produktionszeiten immer kürzer werden (müssen). Die Kartonstärke des Umschlags ist ebenso ohne Einfluss auf das Phänomen wie die Art der Kaschur. Die Kartonstärke ist noch insofern problematisch, als die Bedruckung schwieriger wird, je stärker der Karton ist. Und die Kaschur verhindert die Feuchtigkeitsaufnahme aus der Umgebungsluft nicht, weil ein Buchcover in der Regel nur außen kaschiert ist – innen aber eben nicht.

Der einzige Ausweg scheint zu sein, sich Zeit zu lassen. Gibt man dem Umschlag nach dem Druck Zeit, abzukühlen, wieder Feuchtigkeit aufzunehmen, bevor man das Buch bindet und kaschiert, dann könnte das Phänomen entfallen.
Vielleicht gibt es aber für den Fachmann noch andere Tricks. Aber die hat mir Herr Bischoff vom Schaltungsdienst Lange nicht verraten …

Wenn nicht nur Menschen gehen

Während um mich herum immer mehr Menschen sterben, mit deren Präsenz ich aufgewachsen und auch älter geworden bin – zuletzt Götz George und Bud Spencer –, gibt es auch Institutionen aus meinem Leben, die an irgendeinem Tag verschwinden. Während Menschen oft genug überraschend sterben – und auch wenn sie lange krank waren, kam der genaue Zeitpunkt doch immer unerwartet –, kann man bei Einrichtungen davon ausgehen, dass der Termin angekündigt wird. Und so war es auch bei der »Zwiebel« in der Düsseldorfer Altstadt:

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Werde Swal, friss Skrill

Ein guter Swal achtet immer darauf, dass seine Skrill-Vorräte immer hübsch ausreichend groß sind. Der bessere Swal hat dafür ein Skrill-Konto. Aber, ach, heute Morgen dann die Katastrophennachricht:

Lieber Kunde michael@haitel.de,
Wir haben auf Ihrem Skrill-Konto ungewöhnliche Aktivitäten entdeckt, weshalb wir Ihr Skrill-Konto sperren.
Um Ihr Skrill-Konto zu entsperren, überprüfen Sie bitte Ihre Identität:

KLICK HIER! TO Verifizieren Sie Ihre Identität

Vielen Dank, dass Sie sich dafür entschieden, Skrill.
Unterstützung Kundenservice
E-mail code: 5275625

Welch nettes Angebot, meine Identität to verifizieren, habe ich als Swal von Welt doch kein Identitätsdokument (wie ihr Menschen). Und so wird es mir eine Freude sein, mich to verifizieren, damit ich auf mein Skrill-Frühstück nicht verzichten muss.


P.S.: Die Links hinter meiner E-Mail-Adresse und der KLICK HIER!-Zeile habe ich mal deaktiviert. Und dass ich mir die Domain des vertrauenswürdig personalisierten Mailabsenders Skrill.45631 anschaue, da hatte meine hiesige Firewall doch etwas dagegen. (Danke, Watchguard.)

Keine Sicherheit, keine Gnade

Christopher Ecker
DER BAHNHOF VON PLÖN
Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2016, Hardcover ohne Schutzumschlag, ISBN 978 3 95462 530 7

VORBEMERKUNG
Sind erst einmal die Sicherheiten geschwunden, weiß man, dann ist alles möglich, alles denkbar. Ein Zitat vom Buchrückseitentext. Und in der Tat: In der Regel lese ich Bücher, die ich nicht verstehe, nicht vollständig. Es hilft ja nichts. Allerdings sind die Gelegenheiten, da dies geschieht, selten. Noch seltener indes ist es, dass ich so ein Buch lese – und es mir gefällt.
Aber der Reihe nach …

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Vom Schreiben

Schreiben ist nicht Handeln. Es ist ein Hinauszögern des Handelns. Sobald ich also niedergeschrieben habe, was festzuhalten ist, werde ich das tun, was ich zu tun habe. Dann endlich werde ich handeln. Handeln kann richtig oder falsch sein. Schreiben dagegen ist das blasse Wasserzeichen der Feigheit.

Christopher Ecker, Der Bahnhof von Plön, Halle (Saale), 2016, Seite 221